Berlin : Beispiel 1: Das Hotel Berlin Die Blue-Band-Häuser sind wieder selbstständig

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Simonetta Neubert strahlt. „Wir sind sehr glücklich, dass das mit der Insolvenz so gut ausgegangen ist“, sagt die junge Frau mit den langen schwarzen Haaren an der Rezeption im Hotel Berlin. Das VierSterne-Haus am Lützowplatz ist mit 701 Zimmern und 1355 Betten das fünftgrößte in Deutschland – und gerettet. „Uns aufzugeben hätte keinen Sinn gemacht, wir schreiben schwarze Zahlen“, sagt Oliver Heldt, der stellvertretende Hoteldirektor. Die rund 200 Mitarbeiter erwirtschafteten vergangenes Jahr einen Umsatz von rund 20 Millionen Euro.

Die Berliner „Blue Band“-Hotelgruppe, zu der außer dem Hotel Berlin die Hotels Plaza, Mark, Mark Apart und City Park gehören, hatte vergangenen Oktober Insolvenz angemeldet. „Wir mussten kräftig an der Kostenschraube drehen“, sagt Insolvenzverwalter Peter Leonhardt. Er hat die übergeordnete „Blue Band“-Management-Gesellschaft aufgelöst, die für alle fünf Häuser den Ein- und Verkauf, das Marketing und die Verwaltung abwickelte. Da die Hotels zu unterschiedlich seien, habe sich die gemeinsame Verwaltung nicht gelohnt. Die Hälfte der Holding-Mitarbeiter habe man entlassen müssen, die anderen wurden in die fünf Hotels übernommen, die nun eigene Verwaltungen aufgebaut haben. Durch die Insolvenz konnte man außerdem „unliebsame“ Pachtverträge auflösen. Dadurch habe das Hotel Berlin eine siebenstellige Summe gespart. Entscheidend für die erfolgreiche Sanierung der Hotels war, dass die rund 250 Gläubiger dem Insolvenzplan zustimmten, wonach ihre Ansprüche mit dem Geld beglichen werden, das in den vergangenen Monaten erwirtschaftet wurde. Die Hauptgläubigerin, die Berliner Hypothekenbank, erhält die Möglichkeit, das Hotel zu verkaufen. Auch die drei Häuser Mark, Mark Apart und Plaza wurden verkauft, für das City Park Hotel in Frankfurt(Oder) wird ein Käufer gesucht.

Das traditionsreiche Hotel Berlin stehe wirtschaftlich gut da, sagt der Insolvenzverwalter und lobt Direktoren und Mitarbeiter. Nächstes Frühjahr will Hoteldirektor Heldt auch wieder neue Azubis einstellen. Und nun hat er alle Hände voll zu tun, um sein Haus für die Gäste des Internationalen Stadionfestes vorzubereiten. Er lächelt zufrieden und eilt davon. clk

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