Berlin : Beklagenswerte Zustände

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SCHULSANIERUNG

Viele Sportanlagen und Schulen in Berlin sind nach Einschätzung des Rechnungshofs in einem beklagenswerten Zustand. Der Sanierungsstau betrage inzwischen eine Milliarde Euro. Daran habe auch ein spezielles Investitionsprogramm des Senats wenig geändert, für das seit 1999 insgesamt 372 Millionen Euro ausgegeben wurden. Das liege daran, dass den Bezirken Mitte der neunziger Jahre die Finanzmittel für bauliche Unterhaltung zur Hälfte gekürzt worden sind. Und von dieser Hälfte floss wiederum nur die Hälfte in die dringend notwendige Sanierung von Schulen und Sportanlagen.

BIBLIOTHEKEN

Von den 82 Stadtbibliotheken könnten 40 abgeschafft werden, meint der Rechnungshof. Dann wäre immer noch für jeden Berliner innerhalb eines Radius von drei Kilometern eine Bücherei zu finden. Seit 1995 werde ein Senatsplan nicht umgesetzt, der eine Straffung des Bibliotheksnetzes und die Stärkung der verbleibenden Einrichtungen vorsah. Hohe Kosten und ein niedriger Qualitätsstandard im Vergleich zu anderen kommunalen Bibliotheken zeichneten die Berliner Büchereien stattdessen aus. Die Konzentration auf drei bis vier attraktive, leistungsfähige Standorte pro Bezirk sei aber der bessere Weg.

ERHOLUNGSPARK

Im Zentrum des Entwicklungsgebiets Johannisthal/Adlershof wurde 2002 ein Landschafts- und Erholungspark eingerichtet. Die Kosten: 15 Millionen Euro. Der Park wurde 2004 dem Bezirk Treptow-Köpenick zur Pflege übergeben. Zwei Jahre später schaute der Rechnungshof genauer hin und fand einen Landschaftspark vor, „der einen verwahrlosten Eindruck macht“. Mit 100 abgestorbenen Bäumen, einer wegen Baufälligkeit gesperrten, 650 Meter langen Holzsteganlage, mit verunstalteten Beeten und einem ausgetrockneten Wasserbecken, das den Namen „Himmelsspiegel“ nicht mehr verdient. za

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