Berlin : Belastung des Trinkwassers mit Kontrastmittel gestiegen

In den westlichen Bezirken Berlins hat die Belastung des Trinkwassers mit dem gesundheitlich unbedenklichen Kontrastmittel Gadolinium stark zugenommen. Das ergab eine Untersuchung der Bremer Jacobs-Universität. Nach Ansicht der Wissenschaftler ist das ein Indikator dafür, dass auch Rückstände von Arzneimitteln und Körperpflegeprodukten ins Leitungswasser gelangt sein könnten.

Das bei der Magnetresonanztomographie benutzte Kontrastmittel kommt mit dem Urin der Patienten ins Abwasser. Da es zu den Stoffen gehört, die in den Klärwerken nicht abgebaut werden, gelangt es in Havel und Spree und so ins Grundwasser, aus dem wiederum das Trinkwasser gewonnen wird. Seit der letzten Untersuchung vor drei Jahren haben sich die Werte deutlich erhöht, die größte Zunahme um mehr als das Elffache wurde im Bereich Jungfernheide ermittelt.

Dass im Ostteil der Stadt keine signifikanten Werte ermittelt wurden, erklärt der Sprecher der Berliner Wasserbetriebe, Stephan Natz, mit der Lage der jeweiligen Klärwerke. Er verweist darauf, dass sich die festgestellten Werte im Billionstel-Gramm-Bereich bewegen. Für den gesamten Bereich der Spurenstoffe seien von den Behörden bisher keine Grenzwerte festgelegt worden.

Derzeit wird bundesweit an der Einführung einer vierten Reinigungsstufe gearbeitet, die neben Nährstoffen auch Spurenstoffe und Keime aus dem Abwasser filtern kann. Für den Leistungsumfang gibt es noch keine gesetzlichen Vorgaben. Neben den Kosten spielt hier auch der Klimaschutz eine Rolle, da der Energiebedarf mit zunehmender Reinigungsqualität steigt. Für Krankenhäuser und Facharztpraxen gibt es laut Natz bisher keine Abwasser-Auflagen. Eine Alternative wäre es, die Patienten nach der Untersuchung in Auffangbehälter urinieren zu lassen, die dann über die Müllverbrennung entsorgt werden. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Wasser hat man ein entsprechendes Logistiksystem entwickelt, das bereits an zwei Kliniken erprobt wurde. du-

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