Berlin : „Beleidigt bin ich, wenn mich einer siezt“

Das Komiker-Duo Erkan und Stefan über die Vorteile des hemmungslosen Duzens

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Was guckst du? Pardon. Was guck’ Sie, muss das ja heißen. Aber Spaß beiseite, denn es ist bitterer Ernst. Da werden Menschen geduzt, die den Stimmbruch schon lange hinter sich haben, vor allem dann, wenn ihr Gegenüber erwartet, dass sie nicht ganz so gut Deutsch sprechen können. Annette Kögel hat zwei Leute gefragt, die es wissen müssen: Wie halten es Erkan und Stefan, das deutschtürkische Komiker-Duo von Pro Sieben, mit der persönlichen Anrede.

Bevor wir starten: Soll ich Sie duzen oder euch siezen?

Erkan: Voll krass, die Frage. Wenn du mich sexy findest, kannst du du sagen.

Stefan: Ich sag’s dir ganz ehrlich. Wenn jemand Sie zu mir sagt, ist das für mich eine Beleidigung.

Das musst du mir jetzt aber genauer erklären.

Stefan: Naja: Wenn jemand sagt: Sie Arschloch – das ist doch voll die Beleidigung.

Erkan: Oder Stell dir das vor: Unser Kanzler Schröder würde zum Verteidigungsminister Rumsfeld sagen: Sie, Rumsfeld. Wie klingt das denn?

Aber wir Deutschen sind nun mal altmodisch, was die Anrede betrifft.

Erkan: Ja, voll oldschool. Mein Freund Heiko hat mir neulich erzählt, dass sein Vater vor ein paar Jahrzehnten noch seinen Opa siezen musste. Wie klingt denn das, voll hässlich.

Stefan: Also, wenn wir uns siezen würden, so unter Freunden, dann wäre das für uns echt eine Beleidigung.

Ich danke euch für das Gespräch.

Erkan und Stefan: Danke disch.

Mit Erkan und Stefan sprach Annette Kögel

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