Bello-Dialog : Berlin bekommt wohl Hundeführerschein

Hundehalter sollen künftig in einem Test beweisen, dass von ihrem Tier keine Gefahr ausgeht. Das wurde im so genannten "Bello-Dialog" entschieden. Einfach wird die Prüfung für Halter und Hund nicht.

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Wenn der Hund die Prüfung besteht, muss er nicht mehr angeleint werden.
Wenn der Hund die Prüfung besteht, muss er nicht mehr angeleint werden.Foto: dpa

Berlin bekommt wohl einen Hundeführerschein – das ist das Ergebnis des gestern zu Ende gegangenen „Bello-Dialoges“. ein von Justiz- und Verbraucherschutzsenator Thomas Heilmann (CDU) initiiertes Bürgerbeteiligungs-Projekt zur Überarbeitung des Hundegesetzes. Hundehalter müssen den Nachweis erbringen, dass sie ihre Tiere unter Kontrolle haben und dass von diesen keine Gefahr ausgeht. Details sollen dann noch erarbeitet werden. Ist die Prüfung zum Hundeführerschein erfolgreich absolviert worden, soll die allgemeine Leinenpflicht in Grünanlagen nicht mehr gelten. Über Ausnahmen von dieser Regelung sollen die jeweiligen Bezirke entscheiden. Nach bestandener Prüfung sollen die Hunde durch eine andersfarbige Plakette leicht erkennbar sein.

Geht es nach dem Willen der Teilnehmer des Bello-Dialoges, dürfe die Prüfung zum Hundeführerschein nicht zu leicht sein. Geplant ist, dass bei der Vergabe des Hundeführerscheins zertifizierte Hundeprüfer zum Einsatz kommen.

Gefährliche Hunde
In der Beißstatistik liegt der Boxer mit 15 Fällen, "in denen Menschen verletzt oder gefahrdrohend angesprungen wurden" im Mittelfeld. Der Boxer steht in Berlin nicht auf der Liste der gefährlichen Hunde. Weitaus am häufigsten attackieren Mischlinge in Berlin Menschen. 263 Fälle wurden in einem Jahr insgesamt aktenkundig. In dieser Bildergalerie zeigen wir eine Auswertung der Vorfälle nach Hunderassen anhand der zuletzt verfügbaren Statistik aus dem Jahr 2010.Alle Bilder anzeigen
1 von 6Foto: Wikimedia Commons
28.02.2012 08:19In der Beißstatistik liegt der Boxer mit 15 Fällen, "in denen Menschen verletzt oder gefahrdrohend angesprungen wurden" im...

„Die hier gefassten Beschlüsse sind die Richtschnur für die politische Umsetzung“, sagte Sabine Toepfer-Kataw, Staatssekretärin für Verbraucherschutz. Sie geht davon aus, dass die im Bello-Dialog getroffenen Empfehlungen im Herbst in den Senat eingebracht werden.

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