Benedikt XVI. in Berlin : Grüne Welle und Bühne frei für den Papst

Das Papamobil ist unpraktisch, deshalb fährt Benedikt XVI. am 22. September in der Limousine zum Olympiastadion. 70 000 Menschen werden ihn dort erwarten.

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Der Papst steht in der Gästekurve. Normalerweise feiern neben dem Marathontor die auswärtigen Fußballfans. Über der Steintreppe wird im September die Bühne für den Gottesdienst entstehen, in fünf Meter Höhe. Darunter – im Bereich der Lkw-Einfahrt – wird sich die Sakristei befinden. Über einen Fahrstuhl geht’s hinauf.
Der Papst steht in der Gästekurve. Normalerweise feiern neben dem Marathontor die auswärtigen Fußballfans. Über der Steintreppe...Foto: Thilo Rückeis

Sie haben Post – vom Papst. Wer den Gottesdienst im Herbst im Olympiastadion besuchen möchte und sich dafür angemeldet hat, erhält in diesen Tagen die entsprechende E-Mail („Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu können …“). 52 000 Anmeldungen liegen der Kirche derzeit vor, mehr als 10 000 Menschen haben zudem ihr Interesse bekundet. Laut Bistumssprecher Stefan Förner „gehen wir davon aus, dass das Olympiastadion voll sein wird“ an jenem 22. September.

Voll sein, das heißt: Etwa 70 000 Menschen werden an jenem Abend erwartet, die (Papier-)Tickets werden „voraussichtlich Anfang September per Post zugestellt“, heißt es in der Mail an die Besucher.

Derzeit sitzen die Planer der Feier vor den Stadionplänen und grübeln, wie groß die Bühne sein darf und wo sie überhaupt stehen könnte. Die Architekten sind aber offenbar schon einen großen Schritt vorangekommen: Die Bühne wird nach Angaben von Planern im Westen des Stadions aufgebaut, am sogenannten Marathontor (der einzigen Tribüne ohne Dach). Über die dortige Steintreppe entsteht ein großes Gerüst in „fünf bis sechs Metern Höhe“, auf dem der Papst stehen wird; darunter wird sich die Sakristei befinden, wo er sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen wird.

Benedikt XVI. muss aber die vielen, kleinen Steinstufen am Marathontor nicht mühsam hinaufsteigen; über einen extra installierten Fahrstuhl, so die jetzige Planung, wird der 84-Jährige nach oben gebracht. Der Gottesdienst dauert dann etwa von 18.30 Uhr bis 20.30 Uhr an.

Zu diesem Zeitpunkt hat der Papst schon eine ordentliche Strecke zurückgelegt. Zuvor soll er im Bundestag gesprochen haben – nebenan ist die große Demo der Papst-Gegner geplant – und das Reichstagsgebäude gegen 17.30 Uhr verlassen. Das bedeutet allerdings: mit dem Papamobil würde es wohl nichts werden in nur einer halben Stunde raus bis nach Westend, dafür soll das Gefährt mit der großen Glaskabine dann doch etwas zu unpraktisch sein. Nun werden einfach alle Straßen gesperrt, der Papst erhält in seiner Limousine grüne Welle.

Foto: AFP
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Erst unter der Bühne, im Bereich der Westkurve, wird Benedikt XVI. noch einmal umsteigen und dann eine Runde im Papamobil auf der blauen Tartanbahn drehen, damit auch die Menschen in der Ostkurve den Papst einmal aus der Nähe sehen. Dort stehen normalerweise die Fans von Hertha BSC. „Es wird ja auch ein bisschen so sein wie bei einem Hertha- Spiel“, sagt Bistumssprecher Stefan Förner und meint damit die Sicherheitsvorkehrungen. Glasflaschen etwa dürfen nicht ins Stadion mitgenommen werden, die Imbissbuden werden aber geöffnet sein. Gibt’s also auch Bratwurst und Bier wie bei Hertha? Ganz klar ist das alles noch nicht, aber nur so viel, sagt Förner, „es ist immer noch ein Gottesdienst, da wird sicherlich kein Bier getrunken, aber hungern wird auch niemand“. Die Besucher müssen bis 17 Uhr in der Arena sein, so steht es in den Mails.

Im Innern des Stadions – also auf dem Rasen – werden etwa 10 000 Stühle aufgebaut, dort nehmen die Staatsgäste und wichtigen Kirchenvertreter Platz. Weil niemand hinter oder direkt neben dem Papst sitzen soll, werden diese Bereiche in der Westkurve gesperrt; dort werden wohl Leinwände aufgebaut wie bei Konzerten üblich, damit die Menschen im Osten etwas erkennen können.

Am nächsten Morgen, 10 Uhr, fliegt der Tross – etwa 20 Männer der Schweizer Garde samt Papamobil und ein großer Journalistentross – vom Regierungsterminal in Tegel auch schon weiter nach Erfurt. Zum nächsten Termin während der Deutschland-Reise.

Die Seite der Papst-Gegner ist zu finden unter www.derpapstkommt.de. Papst-Anhänger können sich für die Eucharistiefeier anmelden unter www.papst-in-deutschland.de

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