Berlin : Benzinproteste: Laster auf Schleichfahrt

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Von 6.30 bis 7.30 Uhr bummelten drei Lastwagen über das Adlergestell bis zur Elsenbrücke, um 9.20 Uhr gab es eine zweite Schleichfahrt über die Autobahn von der Raststätte Stolpe stadteinwärts Richtung Tegel. Größere Staus gab es nicht. Die Polizei warnte gestern die Spediteure, an solchen unangemeldeten Protesten teilzunehmen. "Wir prüfen, ob eine Nötigung des Straßenverkehrs vorliegt", sagte ein Polizeisprecher. Denn die Bummeltouren seien nicht als Demonstration angemeldet worden.

Zu Anzeigen kam es gestern jedoch nicht. "Als der Verkehrsdienst draußen war, waren die weg", sagte ein Beamter. Während der Fahrt hätten Streifenwagen die drei Lkw-Fahrer auch nicht stoppen wollen, weil es dann "erst recht Stau gegeben hätte". Etwa an der Stadtgrenze seien die drei Laster aufgefallen, weil sie nebeneinander in Langsamfahrt die drei Spuren des Adlergestells besetzten. Das Trio sei mit etwa Tempo 40 bis zur Bulgarischen Straße in Treptow gekommen und habe sich dort getrennt. Auch bei der Bummeltour auf der Autobahn aus Richtung Hamburg haben sich die vier beteiligten Laster unauffällig davon gemacht, bevor die Polizei einschreiten konnte. Mit mehreren Hubschraubern überwachte die Polizei gestern aus der Luft, ob sich Laster zusammenschlossen, um den Verkehr zu behindern. Das solle fortgesetzt werden, sagte ein Polizeisprecher. "Wir sind auf alles gefasst."

Der Geschäftsführer des Speditionsverbandes Berlin/Brandenburg, Gerhard Ostwald, äußerte zwar Verständnis für den Unmut der Kraftfahrer. Die spontanen Bummel-Proteste halte er aber "nicht für sehr hilfreich", sagte er der dpa. Der Verband setze auf die für den 26. September geplante bundesweite Sternfahrt nach Berlin, zu der der Bundesverband Güterverkehr und Logistik aufgerufen hat.

Auch der Bundesverband bekräftigte, dass er keine Blockaden organisieren werde. Man wolle demonstrieren, aber nicht blockieren und sich streng an das Gesetz halten.

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