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BER auf dem Weg zum Mini-Start : Mehdorns Konzept zur Teileröffung des Flughafens setzt sich durch

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft will den Plan von Hartmut Mehdorn für einen Kleinstart des BER nicht stoppen, das bestätigte Mehdorn nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag. Damit setzt sich der Vorstandschef im internen Machtkampf gegen Horst Amann durch.

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Auf dem Weg zum Mini-Start: der BER.
Auf dem Weg zum Mini-Start: der BER.Foto: dpa

Am unvollendeten Hauptstadtflughafen in Schönefeld sollen ab Frühjahr 2014 erste Flieger abgefertigt werden. Maximal zehn Maschinen sollen dann pro Tag dort landen, kündigte Mehdorn am Freitag in Schönefeld an. Eine Entscheidung des Aufsichtsrats dazu gibt es aber noch nicht. Das Kontrollgremium wollte die „kleine Teileröffnung“, wie Mehdorn sagte, im Laufe des Abends diskutieren. Dabei liegt den Aufsichtsräten auch ein zweites Konzept vor, das Technikchef Horst Amann erarbeitet hat.

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) trat am Freitag wie angekündigt aus Gesundheitsgründen vom Aufsichtsratsvorsitz zurück. Die Sitzungen leitet nun sein Stellvertreter, der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD).

Mehdorn will am Airport angesichts der nach wie vor dramatischen Probleme mit der Brandschutzlage einerseits am BER endlich beginnen, aber die anfälligen Systeme langsam hochfahren und testen. Er setzt sich damit im flughafeninternen Machtkampf gegen Technik-Geschäftsführer Horst Amann durch, der unabgestimmt mit seinem Vorstandschef stattdessen eine Teileröffnung unter Hochbetrieb mit dem Umzug von Schönefeld alt in den BER Nordpier ab Herbst  2014 vorantrieb, was jedoch auch die Lufthansa und Air Berlin als Hauptkunden des Flughafens ablehnen.

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BER-Eröffnungstermin ist nach wie vor ungewiss

Und ein Eröffnungstermin für den BER insgesamt ist nach wie vor ungewiss. Zwar wies Flughafensprecher Rainer Kunkel am Freitag einen Bericht als „reine Spekulation“ zurück, wonach Siemens – der Konzern baut die Brandschutzanlage – angesichts der Probleme nicht vor Frühjahr 2015 die Anlage betriebsfähig machen kann. „Es gibt keine Festlegungen zum Eröffnungstermin“, sagte Kunkel. Allerdings ist die Brandschutzanlage, der langsame Fortschritt auf der Baustelle tatsächlich nach wie vor  das größte Problem.

Für den Bau verantwortlich ist seit Sommer 2012 Technikgeschäftsführer Horst Amann, der jedoch zum Unwillen von Mehdorn seitdem vor allem mit der Mängelerfassung – die Liste umfasst inzwischen 20 000 Mängel bis hin zur zerbrochenen Fliese - befasst war und ist.

Platzecks Nachfolge

Genau so ungeklärt ist die Nachfolge Platzecks auf dem Schleudersitz des Aufsichtsratsvorsitzenden, den nach dem Abtritt Platzecks der Berliner Regierungschef Klaus Wowereit als Vize kommissarisch innehaben wird. Vor der Bundestagswahl am 22.September gilt eine Neubesetzung inzwischen als ausgeschlossen. Als Platzeck im Januar antrat, hatte er erklärt: „Entweder das Ding fliegt oder ich.“ Jetzt, wo er abtritt, fliegen am Airport allenfalls die Fetzen zwischen Mehdorn und Amann. Es gilt nicht einmal als sicher, ob 2013 überhaupt noch ein neuer Eröffnungstermin genannt wird. (mit dpa)

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