BER-Streit : Hartmut Mehdorn: 10 Millionen für Air Berlin

Der BER-Chef bietet seinem ehemaligen Arbeitgeber Air Berlin 10 Millionen Euro Schadensersatz für die verspätete Flughafeneröffnung. Er mischt sich damit entgegen vorheriger Ankündigung in den Streit ein. Gegenüber Platzeck dementiert er materielle Gegenleistungen.

Mehdorn bestreitet finanzielle Gegenleistungen seines ehemaligen Arbeitgebers Air Berlin gegenüber Platzeck.
Mehdorn bestreitet finanzielle Gegenleistungen seines ehemaligen Arbeitgebers Air Berlin gegenüber Platzeck.Foto: DPA

BER-Chef Hartmut Mehdorn hat sich offensichtlich in den Streit um Schadenersatz für seinen früheren Arbeitgeber Air Berlin eingeschaltet. Das geht aus einem Brief Mehdorns an seinen Nachfolger als Vorstandschef bei Air Berlin, Wolfgang Prock-Schauer, hervor. Die „Bild“-Zeitung druckte am Dienstag eine Kopie dieses Schreibens, wobei allerdings große Teile geschwärzt wurden. Hintergrund ist die verschobene Eröffnung des Flughafens in Schönefeld. Wann dieser eröffnet werden soll, ist unklar; zuletzt war von einer BER-Teileröffnung im kommenden Winter die Rede.

In dem Schreiben bietet Mehdorn der Fluggesellschaft unter anderem die Zahlung von zehn Millionen Euro an, wenn Air Berlin im Gegenzug ihre Schadenersatzklage gegen den Flughafen zurücknehme. Mehdorn hatte bei seiner Vorstellung als neuer Flughafenchef im März gesagt, die von ihm selbst eingereichte Klage werde nicht über seinen Schreibtisch gehen.

Die Flughafengesellschaft teilte am Dienstag mit, Mehdorn habe deshalb ein Verhandlungsteam zusammengestellt, das ohne dessen Einflussnahme einen Vorschlag erarbeitet habe, um diverse Rechtsstreitigkeiten mit Air Berlin zu bereinigen. „Nach mehreren Verhandlungsrunden ist dabei Anfang Mai ein außergerichtlicher Kompromissvorschlag entstanden“, heißt es. Mehdorn habe diesen Vorschlag noch einmal schriftlich bestätigt und parallel Aufsichtsratschef Matthias Platzeck über dieses Vorgehen informiert.

Der Brief Mehdorns, der laut „Bild“-Zeitung von Mitte Mai stammt, erweckt einen anderen Eindruck. Dort ist von einem Gegenvorschlag zu einem Vorschlag Prock-Schauers die Rede und dass die Flughafengesellschaft „nicht auf alle Ihre Forderungen eingehen“ könne. Zudem wurde ein Brief Mehdorns veröffentlicht an Platzeck mit Datum 10. Juni 2013, in dem es heißt: „Irgendwelche materiellen Angebote wurden von mir zu keiner Zeit weder der Air Berlin noch anderen Airlines unterbreitet.“

Nach Darstellung der Flughafengesellschaft akzeptierte Air Berlin letztlich den Vorschlag des Verhandlungsteams nicht. Ziel sei es jetzt, die rechtlichen Auseinandersetzungen über ein gerichtliches Schiedsverfahren mit Zustimmung des Aufsichtsrates schnell zu beenden. (dpa)

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