BER und die Folgen für TXL : Vor 1.000 Tagen sollte der Flughafen Tegel schließen

Vor 1000 Tagen sollte der BER öffnen - und der Flughafen Tegel schließen. Anrainer hofften auf Ruhe, vergebens. Dafür jubeln andere, weil der Airport so praktisch ist. Allerdings auch ziemlich oll ...

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Kommt ein US-Präsident über den Vorgarten geflogen ... eigentlich hätte Airforce One 2013 schon am BER landen sollen. Naja, kam halt so mancher Spandauer/Reinickendorfer/Pankower dem US-Präsidenten noch mal ganz nahe.
Kommt ein US-Präsident über den Vorgarten geflogen ... eigentlich hätte Airforce One 2013 schon am BER landen sollen. Naja, kam...Foto: dpa

1000 Tage Tegel: Zwischen BER und TXL liegen 36 Autobahnkilometer, und doch ist die Geschichte der beiden Flughäfen viel enger miteinander verbunden. Öffnet der Flughafen in Schönefeld, macht der alte in Tegel zu. Eigentlich ganz simpel dieser Plan. Es kam nur leider bekanntlich was dazwischen seit Juni 2012 - in mittlerweile 1000 Tagen. Damals hätte der BER eröffnet werden sollen; und seitdem zählt Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt mit (wie Checkpoint-Leser ja täglich lesen können).

1000 Tage Kindheit: Die Nicht-Schließung von TXL vor 1000 Tagen war prima für alle, die eh keine Lust haben, „soweitraus“ zu fahren (West- und Nord-Berliner über Schönefeld). Sie war allerdings auch ziemlich doof für alle, die in der Einflugschneise ein Grundstück erworben oder ihre Dachterrasse ausgebaut haben, im Glauben, ihre Kinder könnten dort in Ruhe aufwachsen. Tja, TXL blieb in Betrieb. Seit 1000 Tagen fliegen also Jets über die Gärten, Balkone, Buddelkisten nach Tegel. Schlecht: Die Zahl der Flüge wird nicht gerade weniger. Gut: Die Kleinen sind längst im Kindergartenalter.

1000 Tage Übergang: Weil der Flughafen Tegel nun einmal der praktischste/wichtigste/tollste Airport der Stadt ist, aber doch ganz schön oll, musste er in den vergangenen 1000 Tagen notdürftig saniert werden. Eine der ersten Amtshandlungen: Die 32 Toilettenräume aus den 70er Jahren wurden saniert (der Flughafen feierte 2014 sein 40-Jähriges Bestehen).

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1.000 Tage ohne BER-Eröffnung – Besuch auf dem Pannenflughafen
1.000 Tage ohne BER-Eröffnung – Besuch auf dem Pannenflughafen

Es gab aber für 20 Millionen Euro nicht nur neue Kloschüsseln, sondern auch ein neues Kofferband (100 Meter), Röntgengeräte, mehr Platz im Terminal und eine neue Rollbahn, weil die alte rutschig war und das Wasser nicht mehr ablief. Jetzt sind die Gullydeckel erneuert und sollten weitere 1000 Tage halten.

1000 Thesen Tegel: Steile Ideen gab es in den vergangenen Monaten auch hoch im Norden: Mal sollte Tegel offenbleiben – mal als Regierungsflughafen, mal als Businessairport. Im März 2013 sagte BER-Chef Mehdorn zum Einstand: „Muss man Tegel wirklich schließen, oder kann man nicht die Last ein bisschen gleich auf die Stadt verteilen?“ Gab eine hübsche Debatte damals. Der Umzug immerhin wird bereits geplant, allerdings nicht mehr in einer Nacht wie damals kalkuliert 2012. Auf den Weg werden sich 1500 Lastwagen machen, ihre Route führt – 36 Autobahnkilometer vom TXL zum BER.

Lesen Sie mehr, I: Tegel offenhalten? Ja, nein, vielleicht? Lesen Sie in unserer Tagesspiegel-Umfrage, was die drei Bürgermeister der betroffenen TXL-Anrainer-Bezirke sagen.

Lesen Sie mehr, II: Wie sieht die Zukunft aus des Flughafen Tegel? Hier soll das Olympische Dorf entstehen: 5000 Wohnungen für 17.000 Athleten – und danach für die Berliner. Lesen Sie mehr im Tagesspiegel unter diesem Link.

Die Geschichte des Flughafens Tegel in Bildern
Sieht man ja auch nicht alle Tage aus dieser Perspektive: den Flughafen in Berlin-Tegel. Rechts das Terminal mit den zwei Pisten davor. Oben im Bild Flughafensee (rechts, der kleine) und der Tegeler See. Unten die Kleinanlagen zwischen Piste und Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal.Weitere Bilder anzeigen
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02.02.2017 09:45Sieht man ja auch nicht alle Tage aus dieser Perspektive: den Flughafen in Berlin-Tegel. Rechts das Terminal mit den zwei Pisten...

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