BER-Drama und kein Ende : Tegel ist wieder im Angebot

Der neue BER-Chef Hartmun Mehdorn hat an ein Tabu gerührt: Tegel soll zumindest teilweise offen bleiben. Wie wahrscheinlich ist ein Weiterbetrieb des Flughafens?

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Liebeserklärung an Tegel. Diese Beutel haben Werbeleute für die Lufthansa zur ITB verteilt. Mehdorn hätte sicher auch gern einen.
Liebeserklärung an Tegel. Diese Beutel haben Werbeleute für die Lufthansa zur ITB verteilt. Mehdorn hätte sicher auch gern einen.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Alles schien so klar: Der Flughafen Tegel würde ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme des neuen Großflughafens BER geschlossen, die Anwohner vom Fluglärm entlastet. Doch mit seinen Äußerungen hat der neue Flughafen-Chef Hartmut Mehdorn nun alles wieder infrage gestellt.

Ist aus juristischer Sicht ein Weiterbetrieb von Tegel überhaupt möglich?

In seinem, den Bau des Flughafens BER bewilligenden Urteil vom März 2006 hält das Bundesverwaltungsgericht fest: „Es liegt ... auf der Hand, dass ein internationaler Verkehrsflughafen, der alle Verkehrssegmente auf einen einzigen Standort konzentriert, in Hinblick auf den Umsteigerverkehr ... ungleich attraktiver und restriktionsfreier ist als ein Flughafensystem, dessen Standorte über den Stadtbereich und etwaige weitere Standorte im Umland verstreut liegen. ... Nicht in Abrede stellen lässt sich, dass unter Sicherheitsgesichtspunkten Wohnflächen in der dichter besiedelten Umgebung der beiden innerstädtischen Flughäfen in erheblich größerem Umfang als am Standort Schönefeld gefährdet sind, das Gruppenrisiko wegen der geringeren Siedlungsdichte am Flughafen Schönefeld also deutlich sinken wird.“

Neue Ideen für den Flughafen Tegel
Geerdet. Die Gewinner des Schinkelpreises in der Kategorie Landschaftsarchitektur, Niklas Mayr und Martin Schmitz, schlagen „urbane Wälder“ rund um die Lande- und Startbahnen vor. Letztere sollen für Spaziergänger und Freizeitsportler erhalten bleiben.Alle Bilder anzeigen
1 von 7Simulation: Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin
12.03.2013 17:44Geerdet. Die Gewinner des Schinkelpreises in der Kategorie Landschaftsarchitektur, Niklas Mayr und Martin Schmitz, schlagen...

Schon im „Planfeststellungsbeschluss Ausbau Verkehrsflughafen Berlin-Schönefeld“ vom August 2004 wird in der „Planrechtfertigung“ das Vorhaben mit der Schließung von Tempelhof und Tegel begründet. Der Bau sei „vor dem Hintergrund des wachsenden Verkehrsbedarfs und der Schließung der innerstädtischen Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Tempelhof durch die Zielsetzungen des Luftverkehrsgesetzes gerechtfertigt und vernünftigerweise geboten“.

Die Ausbauplanung stelle sicher, dass „nach Abschluss des Ausbaus des Verkehrsflughafens Berlin-Schönefeld die innerstädtischen Flughäfen Berlin-Tegel und Berlin-Tempelhof geschlossen werden (Ersetzungsfunktion) und dadurch dort a) eine weitgehende Verringerung der Umweltbelastung der dicht besiedelten Flughafenumgebung erreicht und b) das aus der dichten und weitgehend lückenlosen Bebauung in den An- und Abflugbereichen resultierende erhöhte Sicherheitsrisiko reduziert wird“.

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