Flughafen BER : Eröffnungsdebakel drückt Bilanz ins Minus

Die Flughafengesellschaft zieht Bilanz für ein Katastrophenjahr 2012. Das Chaos am BER drückt die Gesellschaft ins Minus. Aber es gibt auch positive Entwicklungen in der Bilanz - und am Bau.

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Das BER-Debakel drückt die Bilanz der Flughafengesellschaft ins Minus.
Das BER-Debakel drückt die Bilanz der Flughafengesellschaft ins Minus.Foto: dpa

Das Debakel um die mehrfach verschobene Eröffnung des künftigen Hauptstadtflughafens BER wird teuer und drückt die Flughafengesellschaft ins Minus. In der Bilanz für das Jahr 2012 steht ein Fehlbetrag von von 185 Millionen Euro, wie die Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH am Donnerstag in Berlin mitteilte. Im Vorjahr hatte am drittgrößten deutschen Luftverkehrsstandort nach Frankfurt und München das Minus bei 75 Millionen Euro gelegen.

Grund für das hohe Minus sind Zinsen für den Neubau. 2012 kam zudem eine höhere Risikovorsorge und Leasingzahlungen für Gebäude, die Investoren am neuen Flughafen gebaut haben, hinzu. Positives gibt es von den Passagierzahlen am Flughafen Tegel und Schönefeld zu vermelden. Dort wurden 25,3 Millionen Passagiere abgefertigt. Auch das ein Grund für eine leichte Umsatzsteigerung um drei Prozent auf 270 Millionen Euro. „Bei dem Umsätzen liegen wir im Plus“, betonte die neue Finanzchefin Heike Fölster. „Am BER hätten wir aber deutlich höhere Einnahmen erzielen können. Hinzu kommen höhere Aufwendungen und Zinszahlungen, die dann zum negativen Jahresergebnis führten.“

Das Debakel um den neuen Flughafen in Bildern
Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung für das Flughafen-Desaster übernommen. Am 24.05.2013 wies er jedoch eine persönliche Verantwortung für die mehrfache Verschiebung des Eröffnungstermins im BER-Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses von sich. Doch nun, Mitte Dezember ist sein Comeback als Aufsichtsrat sicher.Weitere Bilder anzeigen
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13.12.2013 10:52Ende August 2012 hatte der Regierende Bürgermeister und Aufsichtsratvorsitzende des BER, Klaus Wowereit, noch die Verantwortung...

BER-Chef Hartmut Mehdorn zeigte sich zumindest mit dem Umsatz und den Passagierzahlen zufrieden. „Wir betreiben die Flughäfen Schönefeld und Tegel  erfolgreich. Das zeigt sich in den wachsenden Passagierzahlen und Umsatzerlösen. Seit zehn Jahren wachsen wir deutlich stärker als der Durchschnitt der deutschen Verkehrsflughäfen. Ein Trend, der sich in den ersten Monaten 2013 weiter fortsetzt.“ Für den BER kündigte er am Donnerstag einen konkreten Zeitplan an. „Bis September werden wir einen Fahrplan vorlegen, wann wir den Flughafen eröffnen, was das kostet und wie der Weg dahin aussieht.“ Auf der Baustelle in Schönefeld hat er schon durchgegriffen. Dort wurden viele Bauzäune entfernt - und sogar ein Springbrunnen sprudelt vor dem Terminal.

Am Mittwochabend tagte zudem der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft. Dort wurde unter anderem die fristlose Kündigung des beurlaubten BER-Geschäftsführers Rainer Schwarz beschlossen.

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