Neuer Eröffnungstermin : Der Flughafen wird zur unendlichen Geschichte
08.09.2012 10:49 UhrHorst Amann gab sich selbstbewusst. Zielsicher mit BER-Papiertüte und Aktentasche in der Hand steuerte der technische Geschäftsführer der Flughafengesellschaft die Feuerwache des Flughafens an. Dort tagte der Aufsichtsrat am Freitag hinter verschlossenen Türen. Die Sitzung zog sich. Zu groß sind die Probleme, die noch gelöst werden müssen. Nach sechs Stunden war es dann soweit und das Ergebnis bestätigte das, was schon vorher bekannt war: Der neue Eröffnungstermin ist der 27. Oktober 2013 und die Mehrkosten belaufen sich auf 1,17 Milliarden Euro.
Einer aber trat nicht so souverän wie Amann auf. Der umstrittene und seit Wochen in der Kritik stehende BER-Geschäftsführer Rainer Schwarz wählte den Hintereingang, um unerkannt ins Gebäude zu kommen. Die neuerliche Verschiebung der Eröffnung vom 17. März auf den 27. Oktober könnte für Schwarz die eine Verschiebung zu viel sein. Auch die IHK fordert seinen Rücktritt.
Der Flughafen, so viel ist sicher, wird zur unendlichen Geschichte. Und das sorgt für Gedächtnislücken bei den Akteuren. Zum Beispiel, was das Jahr 2008 betrifft. Damals wurde die Projektsteuerungsfirma „Drees & Sommer“ engagiert und schon kurz danach hat diese – wie berichtet – davor gewarnt, dass der Eröffnungstermin im Oktober 2011 nicht zu halten sein würde.
Das BER-Debakel in Bildern:
Die „Bild“ berichtet nun aus einem Dokument, das der Geschäftsführung vorgelegt worden sei. Darin heißt es wörtlich: „Das Terminziel Eröffnung Oktober 2011 ist nicht mehr erreichbar.“ Später wurde die Firma entlassen und durch eine weniger kritische ersetzt. „Dress & Sommer“ wollte die Existenz dieses Dokuments weder bestätigen noch dementieren und berief sich auf ihre Verschwiegenheitspflicht. Und die BER-Verantwortlichen? „Wir müssen uns den Vorgang ansehen und ich kann derzeit nichts dazu sagen“, betonte ein Sprecher. Auch das ehemalige Aufsichtsratsmitglied und Ex-Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) kann sich an die Firma nicht erinnern. „Wenn dieses Dokument damals dem Aufsichtsrat bekannt gewesen wäre, hätten wir sicher reagiert“, sagt er. Auch wisse er nicht mehr, ob die Absetzung und die Umstände der Absetzung von „Dress & Sommer“ im Aufsichtsrat thematisiert worden seien.

































