Neuer Eröffnungstermin : Der Flughafen wird zur unendlichen Geschichte

08.09.2012 10:49 Uhrvon , , und

Auf der BER-Aufsichtsratssitzung hat der neue Technikchef Horst Amann die Probleme am Flughafen offengelegt und einen neuen Starttermin benannt. Viele der Mängel waren schon vor vier Jahren bekannt, doch Warnungen wurden nicht für voll genommen.

Eine erneute Verschiebung könnte personelle Konsequenzen nach sich ziehen.

Auch in der aktuellen Sitzung des Aufsichtsrates hat das Jahr 2008 wohl keine Rolle gespielt. Zu sehr sind die Akteure in der Gegenwart verhaftet – die Probleme sind groß genug. Eine erneute Verschiebung des nun genannten 27. Oktober könnte personelle Konsequenzen nach sich ziehen.

Liest man den Controlling-Bericht „2/2012“ der Flughafengesellschaft dann wird klar, woran die Eröffnung am 17. März 2013 gescheitert ist. Denn in diesem Bericht, der dem Tagesspiegel vorliegt, wird ein „intensives Inbetriebnahme-Management“ angemahnt, um den Eröffnungstermin zu realisieren. Konkret heißt es in dem Bericht: „Neben den fortwährenden Abstimmungen mit den Behörden sowie der Erstellung der genehmigungsrechtlichen Unterlagen (z.B. Sachverständigenabnahmen) ist zur Sicherstellung der Inbetriebnahme am 17. März 2013 ein intensives Inbetriebnahme-Management der technischen Systeme sowie die Einregulierung der sehr komplexen Gebäudefunktionssteuerung ein wesentliches Hauptaugenmerk aller Projektbeteiligter.“ Genau dieses „intensive Inbetriebnahme-Management“ scheint es aber entweder nicht gegeben oder nicht funktioniert zu haben.

Erfasst wurde der Bericht nach der Verschiebung im Mai und der Festsetzung auf den Termin 17. März 2013. Auf 79 Seiten wird deutlich, wie aussichtslos es war, die „Mensch-Maschinen“-Lösung beim Brandschutz genehmigt zu bekommen. „Die „Lösungsansätze sind kaum realisierbar“ heißt es dazu. Die Controlling-Berichte der BER-Flughafengesellschaft, die vom Büro „WSP/CSB“ erstellt werden, beinhalten ein Ampelsystem, das den Baufortschritt optisch symbolisieren soll. Im ersten Bericht des Jahres täuschten die Ampeln den Verantwortlichen eine trügerische Sicherheit vor, weil sie „nur“ gelb leuchteten. Im zweiten Bericht sind viele davon nun rot. Aus den Ausführungen geht hervor, dass nach wie vor die Entrauchungsanlage und vor allem das Zusammenspiel der Sicherheitssysteme die größten Schwierigkeiten bereiten.

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