• Berechnungen der GEW: Gewerkschaft: Keine Verbesserung im Vergleich zum Schlichterspruch

Berlin : Berechnungen der GEW: Gewerkschaft: Keine Verbesserung im Vergleich zum Schlichterspruch

sik

Bevor am Montag die Urabstimmungen bei den Gewerkschaften über den am Dienstagabend erzielten Tarifkompromiss im öffentlichen Dienst beginnen, werden viele Beschäftigte nachrechnen, was das Ergebnis für sie bringt und welche Verbesserungen es im Vergleich zum vorherigen Schlichterspruch gibt. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat diese Kalkulation aufgestellt und kommt zu einem eher trüben Ergebnis. Lediglich bei einem zugrunde gelegten Bruttogehalt in Höhe von 3000 Mark im Tarifgebiet West kommt sie im Vergleich zum Schlichterspruch bei einer Gesamtberechnung von April 2000 bis März 2001 zu einem minimalen Gewinn für die gesamten 24 Monate in Höhe von ganzen zwölf Mark.

Bei Gehältern von 5000 und von 7000 Mark müssen die Beschäftigten im Westen nach den Rechnungen der GEW bezogen auf den Gesamtzeitraum Einbußen von einigen hundert Mark hinnehmen, im Tarifgebiet Ost sogar alle Gehaltsgruppen. Diese erklären sich nach Angaben der GEW dadurch, dass die lineare Erhöhung - wie auch im Osten die schrittweise Steigerung auf 90 Prozent - um einige Monate verschoben wurde.

"Von einem verbesserten Arbeitgeberangebot kann man überhaupt nicht sprechen", sagt Ilse Schaad, Tarifexpertin bei der GEW. Die Verbitterung bei den Beschäftigten über das Ergebnis sei groß. Gleichwohl habe der Hauptvorstand der Gewerkschaft empfohlen, den Kompromiss nicht abzulehnen. Ohnehin könne es einen Arbeitskampf nur im Verbund mit den anderen Gewerkschaften geben. Die ÖTV sei nun einmal Verhandlungsführerin gewesen.

Auch bei der ÖTV weiß man, dass der Kompromiss in einigen Bereichen Abstriche im Vergleich zum Schlichterspruch mit sich bringt. Nach Berechnungen der ÖTV können andere Beschäftigte hingegen - beispielsweise Krankenschwestern im Tarifgebiet Ost - mit einem kleinen Gewinn rechnen. Für DAG-Chef Hartmut Friedrich wiederum ist mit ausschlaggebend, dass bereits in diesem Jahr "eine Zwei vor dem Komma steht" und beim Auslaufen des Tarifvertrages zum Ende 2002 der Gehaltssockel höher ist. Auch könne früher als ursprünglich von den Arbeitgebern geplant wieder über die Angleichung der Osttarife verhandelt werden.

In den Gewerkschaften ÖTV, GdP und DAG muss zur Annahme des Tarifkompromisses bei der Urabstimmung ein Quorum von 25 Prozent erreicht werden; bei der DAG liegt die Hürde bei 30 Prozent.

0 Kommentare

Neuester Kommentar