Berlin : Berlin bei Nacht: Stiche, Schläge und ein Schuss

Was in zehn Stunden in der Stadt so alles Kriminelles passiert: Ein Blick in den Polizeibericht

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An einem halben Tag kann viel passieren – nicht nur Positives. Streit mit blutigem Ende, Raub, Totschlag – die Bilanz von zehn Nachtstunden in unserer Stadt.

16 Uhr: Stich im Streit

Ein 17Jähriger aus Rosenthal wird auf dem Gelände hinter einer Tankstelle in der Blankenburger Straße niedergestochen. Ein 44-jähriger Anwohner findet den Verletzten und fährt ihn ins Krankenhaus. Der 17-Jährige wird am Abend durch eine Notoperation gerettet. Tatverdächtig ist ein 18-Jähriger, ebenfalls aus Rosenthal. Er soll das Opfer wegen Streitigkeiten schon vor Wochen bedroht haben. Eine Zivilstreife entdeckt den Tatverdächtigen am Montagabend in der Blankenburger Straße und nimmt ihn fest.

18.30 Uhr: Schlag mit Eisenrohr

Eine 15-jährige Hellersdorferin wird mit einem Eisenrohr auf dem Verbindungsweg zwischen der Iselbergstraße und dem Baltenring niedergeschlagen. Sie ist auf dem Weg von ihrem Freund nach Hause. Als sie wieder zu sich kommt, schleppt sie sich heim und berichtet ihrem Vater, sie sei überfallen worden und habe das Bewusstsein verloren. Im Krankenhaus stellen die Ärzte schwere Kopfverletzungen fest, unter anderem einen Schädelbasisbruch. Es besteht Lebensgefahr. Zunächst geht die Polizei von einem Raubüberfall aus, denn das Mobiltelefon der Jugendlichen fehlte. Es wird am Dienstag in der Nähe des Tatortes gefunden. Ein Motiv für die brutale Tat ist nicht bekannt – zunächst war Handy-Raub vermutet worden.

21 Uhr: Razzia im Internet-Café

Die Polizei kontrolliert seit dem Nachmittag zehn Internet-Cafés in Schöneberg und Steglitz. Sie beschlagnahmt 19 Computer, auf denen wahrscheinlich Programme illegal installiert worden waren. Außerdem erstatten die Beamten zwölf Anzeigen, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz. In zwei Fällen erwischen sie 13-jährige Kinder dabei, „Counter Strike“ zu spielen. Dies ist erst ab 16 erlaubt.

1.15 Uhr: Mann wird erstochen

Vermutlich im Streit ersticht in der Nacht ein 33 Jahre alter Mann einen 31-Jährigen. Beide haben sich kurz zuvor in einer Kneipe kennen gelernt und gemeinsam getrunken. Anschließend gehen sie in die Wohnung des 33-Jährigen. Was genau dort passiert, ist auch am Tage noch unklar. Gegen 1.15 Uhr benachrichtigt der stark angetrunkene Wohnungsinhaber die Polizei und erklärt, er habe jemanden getötet. Er wird festgenommen.

1.30 Uhr: Raubüberfall im Hotel

Zwei Maskierte versuchen ein Hotel am Kurt-Schumacher-Damm zu überfallen. Die beiden, etwa 17 und 18 Jahre alt, betreten das Büro hinter der Rezeption und bedrohen den Portier mit einem Elektroschock-Gerät. Der 43-Jährige wehrt sich; es kommt zur Rangelei. Die Räuber schlagen dem Mann vermutlich mit einer Pistole auf den Kopf; der Portier erleidet eine Platzwunde, lässt aber nicht locker. Es gelingt ihm, das Duo in die Flucht zu schlagen. Die Jungen flüchten ohne Beute. Über die Köpfe hatten sie sich Strickmasken gezogen.

1.30 Uhr: Schuss in Schulter

Ein Mann schießt auf offener Straße auf einen 42-jährigen anderen Mann. Der Schuss bleibt in der Schulter des Opfers stecken. Zuvor haben sich die beiden auf dem Gehweg der Windscheidstraße in Charlottenburg gestritten. Im Verlauf des Streits greift der Täter zur Pistole, nach dem Schuss flüchtet er. Der Verletzte, der aus Neukölln stammt, ruft von einem Lokal in der Nähe Feuerwehr und Polizei. Gegenüber den Beamten macht er widersprüchliche Angaben zum Tatverlauf. In alle Richtungen wird ermittelt. tabu/weso

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