• Berlin bleibt auf seinen Immobilien sitzen Liegenschaftsfonds rechnet für 2004 mit geringen Einnahmen

Berlin : Berlin bleibt auf seinen Immobilien sitzen Liegenschaftsfonds rechnet für 2004 mit geringen Einnahmen

Volker Eckert

Die schlechte Stimmung auf dem Immobilienmarkt wird in diesem Jahr auch die Landeseinnahmen deutlich schmälern. Der Liegenschaftsfonds rechnet für 2004 mit Umsätzen von nur 85 Millionen Euro durch den Verkauf landeseigener Flächen und Immobilien. Damit würde die Gesellschaft weit hinter dem abgelaufenen Jahr zurückbleiben: Da nahm sie 207 Millionen Euro ein, wie Geschäftsführer Holger Lippmann am Dienstag auf einer Pressekonferenz berichtete.

Die Banken seien zurzeit mit der Herausgabe von Krediten sehr vorsichtig, begründete Lippmann die Flaute. Außerdem macht sich bei den Büroflächen das Überangebot auf dem Berliner Markt bemerkbar. Interessenten würden zurzeit nicht selber investieren, sondern Flächen günstig anmieten. Mit den niedrigen Preisen auf dem Immobilienmarkt machten sich Lippmann und seine Kollegen andererseits wieder selber Hoffnung: Die müssten schließlich Käufer locken.

Das Angebot ist groß. Rund 4000 Objekte würde der Liegenschaftsfonds gern loswerden. Noch einmal 10000 hat die Stadt in der Hinterhand, um sie schrittweise auf diesem Wege zu versilbern. Beispiel Spreepark Plänterwald: Sein letzter Betreiber hatte den Vergnügungspark vor zwei Jahren in die Pleite geführt. In diesem Monat ist eine Art „Masterplan“ an die möglichen Investoren gegangen, erläuterte Verkaufsleiterin Susanne Klabe. Auf der Basis dieser Leitlinie sollen sie noch einmal ihre Konzepte überarbeiten.

Auf dem Wissenschaftscampus Buch im Nordosten der Stadt beginnt der Fonds in diesem Jahr seine Vermarktung. Zwei Projekte stehen auf dem Campus offenbar kurz vor dem Abschluss: ein Höhentrainingszentrum und ein Künstlerhof, beide in historischen Gebäuden des Architekten Ludwig Hoffmann. Die Verhandlungen über das Senatsgästehaus, in das die südkoreanische Botschaft einziehen soll, seien kurz vor dem Abschluss, hieß es. Für das Metropol-Theater fehlt derzeit noch die Zustimmung des Abgeordnetenhauses. Das Nachbargrundstück, Friedrichstraße 100, soll ebenfalls in diesem Jahr einen Käufer finden.

Die Verfahren sollen insgesamt beschleunigt werden, indem unstrittige Verkäufe nicht mehr dem Parlament vorgelegt werden müssen. Außerdem sollen die Kompetenzen des Steuerungsausschusses gestärkt werden, um langwierige Abstimmungsverfahren zu umgehen.

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