Berlin : „Berlin bleibt deutsch“

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„Man rannte in den Keller hinunter, um seine Akten und Schreib und Rechenmaschinen heraufzuholen, man rannte mit ihnen wieder hinunter, wenn eine Vorwarnung ertönte. (...) (Es) gab noch sehr gewissenhafte Leute. Jenen Abteilungsleiter, der im Luftschutzkeller zu arbeiten pflegte, traf ich dabei, wie er ein Geschäft mit dem estnischen Staat abwickelte, der gar nicht mehr existierte. Die Orientabteilung korrespondierte mit Geschäftsfreunden in Persien, die längst hinter die Front geraten waren.“

(Aus „Frühling 45“ von Karl Friedrich Borré, nach „Der Kampf um Berlin 1945 in Augenzeugenberichten“, hg. von Peter Gosztony, Karl Rauch Verlag 1970)

Albert Speer erinnert sich: „Der Angriff auf Berlin stand bevor. Hitler hatte bereits General Reymann zum Kampfkommandanten der Stadt bestellt. Zunächst unterstand er noch Generaloberst Heinrici. (...) Als Reymann darauf bestand, jede Brücke Berlins für die Sprengung vorzubereiten, fuhr ich am 15. April (...) in das Hauptquartier Heinricis bei Prenzlau. (...) Der Stadtkommandant zog sich auf den Befehl Hitlers, Berlin mit allen Mitteln zu verteidigen, zurück. (...) ,Wenn Berlin gründlich zerstört wird’, fuhr ich fort, ,ist auf unabsehbare Zeit die Industrie ausgeschaltet. Ohne sie ist dann der Krieg verloren.’ (...) Wir wären ohne Resultat verblieben, wenn nicht Generaloberst Heinrici befohlen hätte, daß bei einigen wichtigen Lebensadern des Berliner Bahn- und Straßenverkehrs die Sprengstoffe (...) zu entfernen seien und Brücken nur bei wichtigen Kampfhandlungen gesprengt werden dürften.“

(„Erinnerungen“ des Reichsministers Albert Speer, Propyläen Verlag in der Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin 1969)

Führerbefehl: „Vorbereitet ist ein Tagesbefehl des Führers: Appell an die im Osten kämpfenden Streitkräfte: „Berlin bleibt deutsch, Wien wird wieder deutsch!“

(Aus dem Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht, Bernard & Graefe Verlag für Wehrwesen 1961)

Proklamation Adolf Hitlers an die Soldaten der Ostfront: „Wer euch Befehl zum Rückzug gibt, ohne daß ihr ihn genau kennt, ist sofort festzunehmen und nötigenfalls augenblicklich umzulegen, ganz gleich, welchen Rang er besitzt.“

(Aus „Hitler. Reden und Proklamationen 1932-1945“, Südd. Verlag 1965)

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