Berlin : Berlin Brandenburg Flughafen Holding: Erstmals Überschuss erwirtschaftet

Klaus Kurpjuweit

Mit einem Überschuss von 19,2 Millionen Mark kann die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) auf das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte zurückblicken. Ein Jahr zuvor lag der Verlust noch bei 8,7 Millionen Mark. Das Betriebsergebnis stieg sogar von rund 20 Millionen Mark auf 28,4 Millionen Mark. Dennoch drückt die BBF weiter ein Schuldenstand von über 700 Millionen Mark.

Gewinne fliegt nach wie vor nur der Flughafen Tegel (98 Millionen Mark) ein, während Tempelhof und Schönefeld mit 22 Millionen Mark und 38 Millionen Mark immer noch Verlustbringer sind. Die Zinsen für den Millionenkredit aus dem Grundstückskauf des so genannten Baufeldes Ost in Schönefeld wurden 2000 in Höhe von 29 Millionen Mark erstmals von den Gesellschaftern übernommen. Auch im laufenden Geschäftsjahr ist die Holding weiter auf deren Zuschüsse angewiesen. Berlin, Brandenburg und der Bund haben dies gestern in der Aufsichtsratssitzung auch zugesichert.

Einen Rekord gab es im vergangenen Jahr bei den Passagierzahlen. Mit 13,3 Millionen Fluggästen wurden so viele abgefertigt wie noch nie, davon allein in Tegel mehr als 10 Millionen. Damit liegen die Berliner Flughäfen auf dem vierten Platz unter den 17 internationalen Flughäfen in Deutschland. Bei der Zahl der Starts und Landungen nehmen sie sogar den dritten Rang ein. Flughafenchef Götz Herberg erwartet, dass die Nachfrage in den kommenden Jahren weiter um fünf bis sechs Prozent steigen wird. Der neue Alleinflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönfeld werde allen Zweifeln zum Trotz Ende 2007 in Betrieb genommen, sagte Herberg. Mitte des Jahres will das aus der Hochtief- und der IVG-Gruppe gebildete Bewerberkonsortium für die Privatisierung der Holding ein gemeinsames Konzept für den Flughafenausbau vorlegen. Das Planfeststellungsverfahren läuft derzeit - mit über 130 000 Einwendungen von mehr als 70 000 Einzelpersonen.

Um noch vor Abschluss des Genehmigungsverfahrens Flächen für den Ausbau in Schönefeld zu sichern, gab die Holding 20 Millionen Mark aus; das Planfeststellungsverfahren erforderte im vergangenen Jahr 5,8 Millionen Mark. In diesem Jahr sind dafür einschließlich der Umsiedlung Diepensees Ausgaben von mehr als 120 Millionen Mark vorgesehen, weshalb Herberg damit rechnet, dass sich der ausgewiesene Überschuss wieder verringern wird.

Obwohl die bestehenden Anlagen beider BBI-Eröffnung geschlossen werden sollen, muss die BBF dort weiter investieren. Für zusätzliche Abfertigungsschalter in Tegel waren es im vergangenen Jahr 4,6 Millionen Mark; die Arbeiten, die insgesamt rund 25 Millionen Mark kosten, werden in diesem Jahr abgeschlossen. Mit drei neuen Fluggastbrücken und zwei Aufzügen, die Passagiere von der Vorfahrt direkt auf die Abflugebene bringen, soll die Attraktivität des Flughafens Schönefeld gesteigert werden.

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