Berlin : Berlin-Bremen-Puno

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Nobert Witte gehe es in Peru "sehr gut", teilte Musikproduzent Andy Moor gestern dem Tagesspiegel mit. Der Spreepark-Betreiber wolle in der peruanischen Stadt Puno in Kürze einen neuen Rummel aufmachen: Jeder Berliner sei eingeladen, den "Luna Park" zum halben Preis zu besuchen.

Bereits Anfang Dezember begann nach Tagesspiegel-Recherchen der Abbau des Megaparks in Berlin. Etwa 30 polnische Arbeiter beförderten die Fahrgeschäfte in 120 LKW-Ladungen nach Bremen. Dort wurden sie auf Container verladen und nach Peru eingeschifft. Die erste Fuhre soll Witte für rund 4 Millionen Mark verkauft haben, sagt Moor: Er habe die Sachen in Peru nicht gebrauchen können. "Alles, was seine Familie besitzt, hat er mitgenommen", sagt Moor. Derzeit warte die Familie noch auf die letzte Ladung. Offenbar wurde die Fracht auf mehrere Schiffe verteilt. Der gesamte Abtransport habe 1,46 Millionen DM gekostet.

Den Aussagen Moors zufolge, fühlt sich Witte in Peru derzeit äußerst sicher. Freiwillig würde er wohl niemals zurückkkommen. Nach Aussagen des Auswärtigen Amtes gibt es zwischen Peru und der Bundesrepublik derzeit kein bi- oder multilaterales Abkommen. Aber auf formloser Basis und in Einzelfällen sei eine Auslieferung von Flüchtigen möglich, teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes gestern mit.

Die Berliner Staatsanwaltschaft sieht vorerst keinen Anlass, Haftbefehl gegen Norbert Witte zu erlassen. Bisher sei lediglich Andy Moors Anzeige bei der Polizei eingegangen - wegen Betrugs gegen den Geschäftsführer des Spreeparks. Momentan ermittle immer noch die Polizei, sagte Sascha Daue, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Berlin.

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