BERLIN Bücher : Im Reich der Staatssicherheit

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An der Chausseestraße in Mitte wächst derzeit eine mittlere Kleinstadt für den Geheimdienst in die Höhe, das Stadtviertel wird neu geprägt sein. Ähnliches geschah vor rund 60 Jahren, in anderer politischer Konstellation, im Ostteil der Stadt schon einmal – in Lichtenberg rund um die Normannen-, Magdalenen- und Ruschestraße. Es entstand eine misstrauisch bewachte Sperrzone, knapp zwei Quadratkilometer groß, geheimnisumwittert und hermetisch abgeschottet, „die meistgefürchtete Adresse in der DDR“, heißt es. Neben dem Amtssitz von Erich Mielke befand sich in Lichtenberg auch ein eigenes Gefängnis.

Christian Halbrock hat sich auf die Spurensuche begeben und die Wandlungen dieses Stadtraums unter die Lupe genommen. Er hat die Chronologie des Wachstums festgehalten, er berichtet von Abriss und Neubau, von kleinen und großen Zwischenfällen, auch von Opposition und Widerstand im Schatten der MfS-Zentrale, und er hat mit Anwohnern und Zeitzeugen gesprochen.

„Mielkes Revier“ nennt sich die Publikation aus dem Hause der Birthler-Behörde. Das Büchlein ist reich illustriert, Karten und Fotos veranschaulichen das aufbereitete Material aufs Beste. Nur die Sprache lässt leider zu wünschen übrig. Dröge und ungelenk ist hier im Stile einer Seminararbeit gewerkelt worden. Schade. Stefan Berkholz







Christian Halbrock:
Mielkes Revier. Stadtraum und Alltag rund um die MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. Lukas Verlag, Berlin. 253 Seiten, 19,80 Euro

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