Berlin : Berlin-CDU: "Neuanfang aus eigener Kraft"

Herr Steffel[Eberhard Diepgen hatte am Sonnabend]

Nachfolger? Frank Steffel, Volker Hassemer, Monika Grütters, Joachim Zeller, Christoph Stölzl, Günter Nooke.

Herr Steffel, Eberhard Diepgen hatte am Sonnabend eine empfindliche Wahlniederlage erlitten. Konnten Sie ihn nicht vorher davon überzeugen, von seiner Kandidatur Abstand zu nehmen?

Nein, es ist bedauerlicherweise nicht gelungen, obwohl ich mich intensiv persönlich darum bemüht habe, einen Konsens im Interesse aller Beteiligten zu erzielen. Ich hätte mir einen anderen Start für den dringend notwendigen Neuaufbau der CDU gewünscht. Aber: In jeder Krise liegt auch eine Chance. Es ist die Aufgabe der jüngeren Generation, diese Chance im Interesse aller Berliner als inhaltlich profilierte Oppositionspartei zu nutzen und uns jetzt für die nächsten zehn bis 15 Jahre fachlich kompetent und geschlossen aufzustellen.

Wie soll es mit der CDU weitergehen?

Die letzten zwölf Monate waren für die Berliner CDU sehr schmerzhaft. Ich lege Wert darauf, den Erneuerungsprozess, den wir in der Fraktion hervorragend hinbekommen haben, jetzt in der Partei fortzusetzen. Und dabei insbesondere den Fachverstand zum Maßstab für die Personalauswahl machen.

Stehen Sie als Landesvorsitzender der CDU zur Verfügung?

Ich werde mich unverändert nicht an öffentlichen Personaldebatten beteiligen, sondern sehe meinen Beitrag zur Geschlossenheit der Partei in meiner Aufgabe als Fraktionsvorsitzender. Es geht Harmonie und Geschlossenheit vor Hektik und Geschwindigkeit.

Könnten Sie sich einen Landeschef vorstellen, der von außerhalb geholt wird?

Die Berliner CDU muss die Neuaufstellung aus eigener Kraft vollziehen. Natürlich wird uns die Bundespartei dabei gern unterstützen.

Wen schlagen Sie als kommissarischen Landesvorsitzenden vor?

Der Landesvorstand wird am Montag aus dem Kreis der stellvertretenden Parteivorsitzenden einen kommissarischen Parteivorsitzenden bestellen. Hierfür wären Joachim Zeller oder Marlies Wanjura hervorragend geeignet, da sie große Akzeptanz in allen Teilen der Partei genießen.

Braucht die Berliner CDU Bundeshilfe?

Die Berliner CDU muss ein Interesse daran haben, ihr Verhältnis zur Bundespartei deutlich zu verbessern. Deshalb freue ich mich sehr, dass Angela Merkel der Fraktionsklausurtagung Anfang März erstmalig beiwohnen wird. Mein Verhältnis zu Angela Merkel, Friedrich Merz und Edmund Stoiber ist sehr gut. Die Kraft zur Erneuerung müssen wir allerdings selbst aufbringen. Die Berliner CDU muss sich als Volkspartei der Mitte weiter öffnen und auch ihre Mitglieder stärker einbeziehen.

Werden Sie Eberhard Diepgen als Ehrenvositzender der Berliner CDU vorschlagen?

Eberhard Diepgen hat eine historisch herausragende Leistung für die Berliner CDU und für alle Berliner erbracht. Wenn Eberhard Diepgen es möchte, empfehle ich der Partei, ihn zum Ehrenvorsitzenden der Berliner CDU zu wählen und damit seine Lebensleistung anerkennend zu würdigen.

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