Berlin-Charlottenburg : Ein Gottesdienst für die Europa-Wahl

Am Wahlsonntag fand in Westend ein ganz besonderer Gottesdienst statt. In der ehemaligen Militärkirche der britischen Armee wurde auch für die Europawahl gebetet.

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Es ist ein kleines Stückchen England mitten in Berlin: Vor allem Menschen aus Großbritannien und Nordirland sitzen in den Kirchenbänken der anglikanischen St. Georges-Kirche an der Preußenallee in Westend. Geschmückt sind die Sitzgelegenheiten mit kleinen Wappen der einst in Berlin stationierten britischen Truppenverbände. Denn die anglikanische St. Georges-Kirche war zu Zeiten der Teilung auch die Militärkirche der britischen Garnison – am nahegelegenen Olympiastadion befand sich bis 1994 das Hauptquartier der britischen Armee.

In der Nähe befand sich das britische Hauptquartier

Heute dient die Kirche vor allem als Treffpunkt zugezogener Briten sowie Berlinern, die die stark liturgischen Gottesdienste der „Church of England“ schätzen und lieben gelernt haben. Auch am Sonntag der Europawahl ziehen Reverend Christopher Jage-Bowler und seine Kollegin Irene Ahrens hinter dem großen goldenen Kreuz in die Kirche ein. Begleitet werden sie von Pfarrerin Hannah aus Mersham, einer Studienkollegin von Ahrens aus Großbritannien. Und von der Empore erklingen die Stimmen des „Sutton Chorale“, ein Chor aus Sutton, der englischen Partnerstadt Charlottenburg-Wilmersdorfs, der sich in Begleitung des dortigen Bürgermeisters gerade zu einem Besuch in Berlin aufhält. Und während die Chorsänger den Gottesdienst musikalisch bereichern, darf Pastorin Hannah die Predigt übernehmen.

"Wir beten für die Völker Europas"

Sie spricht über das Alte Testament und das Buch des Propheten Maleachi. Dort heißt es über Gott, dass er sitzen, schmelzen und das Silber reinigen werde. Das bezeichne das Verhältnis von Gott zu den Menschen, sagt die englische Pastorin. Denn wer das Silber wirklich schmelzen wolle, müsse die ganze Zeit vor der Flamme sitzen und aufpassen, dass es nicht verdorben werde.

So sei das auch mit dem Verhältnis zwischen Gott und den Menschen: Gott nehme sich für die Menschen Zeit – doch man könne sein Wirken nur wahrnehmen, wenn man auf andere Menschen Rücksicht nehme und freiwillig hinter sie zurücktrete. Dann falten die Menschen in der Kirche ihre Hände. Gemeinsam beten sie für die Menschen in Syrien, Nigeria und den neuen Bischof ihrer Kirche, Robert Innes. Und natürlich auch für die Europawahl.

Für „die Völker Europas, die heute zur Wahl des Europäischen Parlaments gehen“ und „alle, die heute gewählt werden und Politik in der EU-Kommission machen.“ „Sie mögen auf die Menschen hören, und für die gemeinsame Sache zusammenarbeiten“, sagt Jage-Bowler. „Gott in Deiner Gnade, erhöre unser Gebet.“

Die Gemeinde im Internet: www.stgeorges.de

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