Berlin-Charlottenburg : Schwimmbad-Brache neben Olympiastadion wird abgerissen

Geld für den Olympiapark: Das ehemalige "Familienbad" wird bebaut mit zwei neuen Sportplätzen. Und nicht nur dort ist Neues geplant.

Mit Rutsche und Bademeister-Posten: Das Schwimmbad neben dem Stadion.
Mit Rutsche und Bademeister-Posten: Das Schwimmbad neben dem Stadion.Foto: Wagner/Imago

Im "Familienbad" neben dem Olympiastadion wird schon lange nicht mehr gebadet. Seit dem Krieg und bis zum Abzug der Alliierten vergnügten sich hier die Angehörigen der britischen Armee; deren Hauptquartier lag ja nur wenige Meter entfernt. Nun gibt es eine konkrete Zukunft für das seitdem brachliegende Gelände zwischen Olympischen Platz und dem großen Olympiabad.

15 Millionen Euro für den Olympiapark

"Auf dem Gelände des ehemaligen und seit 1994 ungenutzten Familienbades sollen zwei Kunststoffspielfelder sowie ein Sportfunktionsgebäude errichtet werden", heißt es in den Siwana-Unterlagen ("Unteranlage 1"). Kosten: 9 Millionen Euro.

Das ehemalige Familienbad ist in der Mitte der Grafik zu sehen.
Das ehemalige Familienbad ist in der Mitte der Grafik zu sehen.Foto: Tsp

Wie berichtet, stehen Berlin aus Haushaltsüberschüssen in diesem Jahr mehr als eine Milliarde Euro zur Verfügung, die zum größten Teil für Investitionen genutzt werden sollen. Im „Sondervermögen Infrastruktur der wachsenden Stadt und Nachhaltigkeitsfonds“ (Siwana), dem Nachfolger von „Siwa“, haben sich 1,16 Milliarden Euro angesammelt. Davon sind rund 870 Millionen Euro für Investitionen vorgesehen und 290 Millionen Euro für die Ausstattung des Nachhaltigkeitsfonds, der als Vorsorge für mögliche Konjunktur-Einbrüche in der Zukunft gedacht ist (weitere Investitionen an den Schulen finden Sie unter diesem Tagesspiegel-Link). Und mehr als 15 Millionen Euro sind für den Olympiapark vorgesehen.

Seit 1994 eine Brache.
Seit 1994 eine Brache.Foto: Imago7Wagner

In der Aufstellung sind diverse Projekte im Olympiapark angekündigt - wie eben der Abriss des alten Familienbades und der Neubau von Sportanlagen. "Mit der Schaffung der Kunststoffspielfelder für die Sportarten Hockey, Fußball und Rugby soll der wachsende Bedarf am Standort Olympiapark gedeckt werden", heißt es darin.

Einer der Hauptnutzer ist auch die Poelchau-Schule

Durch die Ansiedlung der „Sportschule im Olympiapark – Poelchau-Schule“ sei die Anzahl der täglichen Nutzer "um ca. 150 Schüler der Sportarten Hockey und Fußball" gestiegen. Und: "Darüber hinaus ist im Olympiapark der Bundesstützpunkt Hockey beheimatet, der weitere Trainingsflächen benötigt. Die barrierefrei zu planenden Sportfunktionsflächen sollen neben dem Betrieb der beiden neuen Spielfelder auch die Nutzung des Hanns-Braun-Stadions für Behindertensport ermöglichen, da das Hanns-Braun-Stadion über kein Sportfunktionsgebäude verfügt und für Sportler mit Handicap derzeit nicht nutzbar ist."

Hinten sind die Türme am Stadion zu erkennen.
Hinten sind die Türme am Stadion zu erkennen.Foto: Imago

Abriss der alten britischen Lagerräume

Außerdem wird für knapp fünf Millionen Euro ein neuer Betriebshof errichtet - dieser soll quasi hinter dem Familienbad entstehen. Konkret heißt es in der Unterlage: "Die für die Bewirtschaftung des Geländes notwendigen Betriebsräume sind auf diverse Behelfsbauten der früheren britischen Schutzmacht auf dem Areal verteilt. Im 2. Bauabschnitt des Betriebshofes sollen nunmehr Lagerhallen für Sportgeräte sowie Lager- und Werkstatthallen für die Grünpflege und die technischen Dienstleister des Olympiaparks Berlin geschaffen werden." Nach deren Fertigstellung könnten die "abgängigen britischen Behelfsbauten am Familienbad und am Olympia-Schwimmstadion abgerissen werden", um auf diesem Gelände den unabweisbaren Bedarf an weiteren Sportanlagen abdecken zu können. "Abgängig" heißt: marode, kaputt.

Hertha gegen Bayern - ein Blick aufs Olympiastadion
Na, was fällt auf ... genau, das Olympiastadion hat noch das alte Dach.Weitere Bilder anzeigen
1 von 90Foto: imago stock&people
01.10.2017 09:51Na, was fällt auf ... genau, das Olympiastadion hat noch das alte Dach.

Neue Halle für Futsal-Spieler

Auf der Liste steht eine weitere Investition: der Neubau einer Halle für Futsal-Spieler. Kosten: 1,5 Millionen Euro. Die Begründung lautet: "Seit dem Jahr 2016 trainiert die Landesauswahl Futsal im Olympiapark Berlin (Große Turnhalle). Mit Errichtung einer Ballsporthalle aus dem Maßnahmenpaket SIWA I wird das Angebot für die zukunftsträchtige Sportart ausgeweitet. Durch die Errichtung von 2 weiteren Outdoorspielfeldern für Futsal kann das Angebot weiter verbessert werden. Die sehr gute Auslastung der Anlagen wäre über die Sportschule im Olympiapark – Poelchau-Schule (Eliteschule des Fußballs), den Berliner Fußballverband (Landesauswahl), Hertha BSC und weitere Schule sichergestellt. (...) Neben der Sportart Futsal können die Plätze auch durch den im Olympiapark ansässigen Behindertensportverband für Blindenfußball genutzt werden, da die Spielfeldmaße identisch sind."

1,1 Millionen Euro für Brand-, Einbruchs- und Notlichtanlage

Ebenfalls auf der Liste steht unter den Sicherheitsmaßnahmen eine Investition in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Erneuert werden die Brandemeldeanlage, die Einbruchsmeldeanlage und Notlichtanlage.

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