Berlin-Charlottenburg : Star-Architekt Libeskind soll deutsch-jüdisches Zentrum bauen

Eine Initiative strebt eine neue Kultur- und Begegnungsstätte in der City West an.

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Tim Renner, Daniel Libeskind, Avitall Gerstetter und Sergey Lagodinsky (v.l.n.r.) sprachen auf dem Ku'damm über ihr Projekt. Foto: Cay Dobberke
Tim Renner, Daniel Libeskind, Avitall Gerstetter und Sergey Lagodinsky (v.l.n.r.) sprachen auf dem Ku'damm über ihr Projekt.Foto: Cay Dobberke

In Charlottenburg soll ein neues Zentrum zur „Weiterentwicklung der deutsch-jüdischen Kultur und des deutsch-jüdischen Diskurses“ entstehen. Nun stellte eine Kulturinitiative das Projekt „Ahawa“ vor.

Beteiligt sind die Kantorin Avitall Gerstetter, der Publizist Sergey Lagodinsky, der SPD-Bundestagskandidat und Ex-Kulturstaatssekretär Tim Renner sowie der amerikanische Architekt Daniel Libeskind, der den Neubau für ein geringes Honorar entwerfen will. Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf habe mehrere mögliche Standorte vorgeschlagen, heißt es.

Über Fördergelder verhandele man mit der Senatskulturverwaltung. Das Projekt soll „die existierenden jüdischen Institutionen ergänzen“. Laut Renner hat sich der Vorsitzende des Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, „wohlwollend“ geäußert.

Das Vorhaben wurde anlässlich des jüdischen Neujahrsfests Rosch ha-Schana bekanntgegeben – und weil Architekt Libeskind gerade aus anderen Gründen zu Besuch in Berlin war.

Die Kantorin plant auch eine Skulptur am Ku'damm

Außerdem hat Avitall Gerstetter ein Kunstprojekt am Kurfürstendamm initiiert. Auf dem Rasen des Mittelstreifens an der Ecke Knesebeckstraße soll im Sommer 2018 eine vier mal vier Meter große Skulptur des Pariser Künstlers Arik Levy aufgestellt werden, die einem Leuchter und einem Davidstern ähnelt (im Foto oben hält die Kantorin ein Modell, das auch als Leuchter verkauft wird). Das Kunstwerk ist als Zeichen für das jüdische Leben in der City West gedacht. Bis zur Nazizeit war Charlottenburg der Berliner Bezirk mit dem höchsten Anteil jüdischer Bewohner.

Die Skulptur kostet etwa 260.000 Euro. Durch Spenden und den Verkauf der Leuchter wurden 205.000 Euro eingenommen, die Suche nach Geldgebern dauert an. Mehr dazu unter avitallcollection.com/de/spenden. Der auf der Webseite genannte Standort am Olivaer Platz wurde inzwischen verworfen.

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