Berlin : Berlin – das sind die Berliner

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LESERBRIEF DES TAGES

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Betrifft: Der Leitartikel „Berlin in Dur – Die Hauptstadtillusion " in der Tagesspiegelausgabe vom 10. August 2002

Als gebürtige Berlinerin, die als Kind (eher unfreiwillig) im fränkischen Exil aufgewachsen ist, mit tiefer, wenn auch nicht unkritischer Bindung an diese Stadt, frage ich mich des Öfteren, welche Erwartungen/Anforderungen - ich weiß nicht was - an Berlin gestellt werden.

Berlin kann man, was seine Bebauung angeht, wirklich nicht als schön bezeichnen. Dazu ist im Krieg zu viel zerstört worden und in den fünfziger und sechziger Jahren sind zu viele Bausünden begangen worden. Auch manches aus den Neunzigern erscheint noch gewöhnungsbedürftig. Vielleicht wäre Berlin nicht einmal im Vorkriegs-Zustand eine wirklich schöne Stadt. Dafür ist Berlin so grün wie wohl keine andere Stadt der Welt dieser Größenordnung. Das ist sicher Luxus, den die Stadt sich gönnt, oder? Berlin bietet kulturell nicht nur viel, sondern auch eine ungeheure Vielfalt.

Dennoch ist nicht zu übersehen, dass Berlin auch laut und manchmal etwas unaufgeräumt ist, um nicht zu sagen: schmutzig (Stichwort: Hundehaufen). Wer ist dafür verantwortlich? Die Menschen in Berlin, die sich hier ständig oder auch nur gastweise aufhalten.

Vielleicht wäre Berlin noch attraktiver, wenn Berlin die Menschen hätte, die die Stadt verdient.

Juliane Freifrau von Friesen,(Senatorin a.D.),

Berlin-Steglitz

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