Berlin, dein Nahverkehr : S-Bahn, BVG - das ist doch langsam Schikane

Mal umsteigen? Ach, gar kein Problem. Nur komischerweise ist ständig immer irgendwas gesperrt in dieser Stadt. Bernd Matthies hat da Verständnis für Fahrgäste, die lieber mit dem Auto fahren.

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Mit der Bahn von Velten nach Berlin? Och, nö, dann lieber mit dem Auto.
Mit der Bahn von Velten nach Berlin? Och, nö, dann lieber mit dem Auto.Foto: Imago

Klar, hochverehrte BVG, irgendwas geht immer im ach so dichten Verkehrsnetz der Stadt. Als ich neulich zur Arbeit fahren wollte, vom hohen Nordwesten zum Askanischen Platz, da hat mir der Computer dies vorgeschlagen: Mit dem Bus nach Tegel. Dort fünf Minuten laufen, in die U6 bis Wedding. Dort in die Ringbahn umsteigen und zurück nach Gesundbrunnen fahren. Dort in die S-Bahn Richtung Süden bis Friedrichstraße, dort umsteigen in die S-Bahn ... Dauer: Ungefähr doppelt so lange wie der übliche Weg. Es gab auch eine Alternative mit dem Bus, die war noch irrer. Keine Sorge, BVG, S-Bahn, das ist suuuuper mit eurem dichten Netz, Entschädigung ist nur was für Weicheier.

Nun ist schon wieder was gesperrt. Es ist eigentlich immer irgendwas gesperrt, jedenfalls, wenn man von da oben kommt und in die Mitte will, das gehört längst zum Lebensgefühl. Diesmal läuft es offenbar darauf hinaus, mit der S 25 die ganze Stadt zu umrunden und den Anhalter Bahnhof von Süden anzufahren.

Wir in Heiligensee, Gott ja, da geht immer irgendwas. Aber wenn man sich in die Lage der Leute weiter draußen, in Hennigsdorf oder Velten, versetzt: Das muss denen langsam richtig auf den Geist gehen. Angebunden durch eine eingleisige, extrem störanfällige Strecke, die seit Jahrzehnten zum Ausbau ansteht – und stattdessen immer eine Schikane nach der anderen. Ich verstehe wieder mal alle, die das Auto nehmen. Denn die sitzen im Stau wenigstens bequem und können sich die Musik selbst aussuchen.

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