Berlin : Berlin, ein Fest für Architekten

Was 2003 alles fertiggestellt wird: Hotel-Türme, ein spektakuläres Museum, ein Mega-Aquarium

Holger Wild

Ein Aquarium, ein Museum, Luxushotels und das lang ersehnte letzte Haus der Bundestags-Neubauten: Auch 2003 werden in Berlin wieder zahlreiche Bauvorhaben fertiggestellt – und werden das Bild der Stadt an prominenter Stelle verändern. Am deutlichsten am Leipziger Platz. Dort sollen im Laufe des Jahres nacheinander die Häuser 7, 8 und 9 eröffnen: Wohn- und Geschäftshäuser mit Läden im Erdgeschoss, Büros in den darüber liegenden Etagen und Luxuswohnungen in den zurückgesetzten oberen vier Stockwerken. Mit den bereits fertiggestellten beiden Gebäuden ist die Südseite des Achtecks dann zu mehr als der Hälfte vollendet.

Auch schräg gegenüber, neben dem Sony-Center, wird ein weiteres Stück des Komplexes Potsdamer Platz zu Ende gebaut: Hans Kollhoffs Delbrück-Hochhaus wird bezogen, und noch im Dezember soll daneben das Hochhaus des Hotels Ritz-Carlton als Kopfbau des Beisheim-Centers mit einem rauschenden Fest eröffnet werden. Auch dessen übrige Gebäude – ein Marriott-Hotel, zwei Bürohäuser und die „Parkside Apartments“ am Rande des Tiergartens – werden noch nächstes Jahr fertiggestellt; ihre offizielle Eröffnung nämlich ist schon für den 3. Januar 2004 geplant, wenn der Bauherr Otto Beisheim seinen 80sten Geburtstag feiert. Mit einer Bausumme von 463 Millionen Euro ist das Beisheim-Center dabei noch nicht einmal das größte Bauprojekt, das im nächsten Jahr abgeschlossen wird. Für das „Dom-Aquarée“ in der Karl-Liebknecht-Straße nämlich investiert die Difa 480 Millionen Euro. Schon Ende August 2003 soll das Riesen-Aquarium in dem Komplex zu bewundern sein. Auch das dazugehörige Hotel ist dann eingerichtet. Die Büros, Wohnungen und Läden werden erst Ende des Jahres fertig.

Die beste Adresse aber bezieht fraglos die Hauptstadtrepräsentanz des Bertelsmann-Konzerns: Unter den Linden 1 wird im Herbst die wieder aufgebaute Kommandantur übergeben. An den Linden zeigt sie die originalgetreu rekonstruierte Fassade von 1874, nach Süden hat der Architekt Thomas van den Valentyn einen sich auf 150 Quadratmeter über alle drei Etagen erstreckenden Wintergarten vorgesehen.

Auf der anderen Seite der „Linden“ können die Berliner bereits am am 1. März einen Tag lang ein neues, noch leeres Gebäude durchstreifen: Den Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums hinter dem Zeughaus. Der Öffentlichkeit übergeben wird Ieoh Ming Peis Bauwerk mit dem markanten gläsernen Treppenturm dann am 24. Mai; zu sehen sein wird „Idee Europa – Entwürfe zum Ewigen Frieden“. Auch das Foyer, das Café und der glasüberdachte Hof des Zeughauses sind dann nach der Sanierung wieder zugänglich. Die Dauerausstellung wird aber erst im Oktober 2004 wieder zu sehen sein.

Die erste Eröffnungsfeier des Jahres aber wird am 22. Januar am Pariser Platz stattfinden. Die französische Botschaft ist zwar schon vor einigen Monaten in ihr neues Domizil gezogen; mit dem offiziellen Festakt aber soll zugleich das 40-jährige Jubiläum der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages über die deutsch-französische Zusammenarbeit gefeiert werden. Zur Botschaftseröffnung wird auch Staatspräsident Jacques Chirac erwartet. Und einige Monate später wird schon wieder am Pariser Platz gefeiert: Im Frühjahr soll das Adlon-Palais fertig werden, der Erweiterungsbau des Hotels hinter der Akademie der Künste. Zwei Restaurants, ein großer Ballsaal und der exklusive „China-Club“ erweitern dann das Angebot des Adlons. Dass allerdings auch der Neubau der Akademie wie geplant noch 2003 fertig wird, darf angesichts des schleppenden Fortgangs der Arbeiten sehr bezweifelt werden.

Weitere Fertigstellungen wird es auch in der City-West zu feiern geben: An der Kant-, Ecke Joachimstaler Straße entsteht bis Jahresende das „City Light House“, ein gläsernes Büro- und Geschäftshaus, und am Kurfürstendamm 101 soll nach jahrelanger Verzögerung endlich das Hotel an der Ecke Joachim-Friedrichstraße eröffnen. In Friedrichshain, direkt zwischen Ostbahnhof und Spree, werden demnächst die Arbeiten an dem Niedrigenergie-Haus für das Zentrum Zukunftsenergien abgeschlossen. Und zum Jahresende wird der Springer-Verlag seinen neuen Büro-Komplex an der Kochstraße eröffnen.

Und schließlich dürfen sich auch die Bundestagsabgeordneten freuen: Nach fünfeinhalbjähriger Bauzeit soll Ende 2003 auch der letzte der Parlamentsbauten im „Band des Bundes“ genutzt werden können: das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus auf der Ostseite der Spree.

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