Berlin : Berlin erinnert an Attentat auf Hitler Bundeswehrgelöbnis und Gedenkveranstaltungen

Mit Gedenkveranstaltungen und dem Bundeswehrgelöbnis wird an diesem Sonnabend an den gescheiterten Aufstand gegen Adolf Hitler am 20. Juli 1944 erinnert. Vor dem Reichstag sollen am Abend 500 Soldaten ein feierliches Gelöbnis ablegen. Die Ansprache hält Bundespräsident Joachim Gauck.

Aus Protest wollen Pazifisten um 16 Uhr vor der Neuen Wache Unter den Linden gegen militärische Interventionen protestieren. Veranstalter ist „die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“. In der Ankündigung ist die Rede von einem „Blutbad“, das die Veranstalter dort anrichten wollen. Dies sei „die passendste Form, den jungen Rekruten ihre künftigen Aufgaben vor Augen zu halten“. Und weiter: „Die fotogene Aktion wird nach rund einer halben Stunde beendet sein.“ Die Polizei hat Absperrungen ab 12 Uhr rund um den Reichstag angekündigt; auch der BVG-Busverkehr wird umgeleitet. Das Gelöbnis beginnt um 18 Uhr.

Zuvor wird in der Gedenkstätte Deutscher Widerstand am sogenannten Bendlerblock der Toten des Umsturzversuchs vor 69 Jahren gedacht. Am Nachmittag wird der Literaturwissenschaftler Karl Heinz Bohrer bei einer Feierstunde der Stiftung 20. Juli 1944 eine Ansprache in der Gedenkstätte Plötzensee halten. Im ehemaligen Gefängnis waren nach 1933 tausende Gegner des NS-Regimes hingerichtet worden.

Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere und Zivilisten um Claus Schenk Graf von Stauffenberg versucht, Hitler zu töten und in Berlin die Macht an sich zu reißen. Sie scheiterten mit einem Bombenanschlag in Hitlers „Führerhauptquartier Wolfsschanze“ in Ostpreußen. Viele Verschwörer wurden daraufhin verhaftet und hingerichtet. Stauffenberg selbst und einige Mitverschwörer wurden im Hof des Bendlerblocks erschossen.

Die Tradition des feierlichen Gelöbnisses von Bundeswehrrekruten gibt es seit 1999. Damit soll die Bedeutung des militärischen Widerstands für das Verständnis der Bundeswehr unterstrichen werden. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nimmt an den Gedenkveranstaltungen im Bendlerblock und in der Gedenkstätte Plötzensee teil. „Wir alle müssen uns immer wieder zusammenfinden, um unser freiheitliches Gemeinwesen gegen Anfeindungen von Rassisten und Neonazis zu verteidigen“, so Wowereit.

Anlässlich des Jahrestages lässt das Deutsche Historische Museum in Mitte seine Besucher am heutigen Sonnabend gratis hinein. dpa/epd/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben