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Berlin feiert seine Marathon-Helden : Eine Million Zuschauer feuerten 40 000 Läufer an

Tourismusbranche erfreut über Superwochenende

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Auch ein Jubiläum: Zum 25. Mal rannten sie gestern durch die Innenstadt. Bei der Premiere 1974 waren 286 Menschen durch den Grunewald gelaufen. Bei der gestrigen 33. Auflage liefen 31 472 Sportler an einer Million Zuschauer vorbei – so jedenfalls die Schätzung des Veranstalters SCC. Es gab einen äthiopischen Doppelsieg bei Männern und Frauen, besondere Vorkommnisse gab es nach Polizeiangaben nicht. Morgens waren bereits 9800 Kinder gestartet.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit hatte das Feld am Morgen auf die Strecke geschickt. Sie führte von der Straße des 17. Juni über Moabit, Mitte, Kreuzberg, Schöneberg und Wilmersdorf zurück zum Ausgangspunkt. Kurz vor dem Ziel wurde das Brandenburger Tor durchquert – hier rissen viele Läufer schon die Arme hoch, obwohl noch einige hundert Meter fehlten.

750 Polizisten lotsten die Menschen weiter, die partout nicht auf ihr Auto verzichten wollten, „insgesamt ist es aber gut gelaufen“, sagte Hans-Henry Tänzer von der Verkehrspolizei. 838 Autos wurden abgeschleppt. Am Olivaer Platz dirigierte ein Polizist in gelb-roter Warnweste nicht die Autos – sondern die Läufer. Die spätere Siegerin, Gete Wami, bekam mit einer besonders eleganten Handbewegung die 90-Grad-Kurve auf den Kurfürstendamm gewiesen. Größere Staus gab es nur am Samstagabend beim Skaterlauf, als wegen eines Unfalls die Stadtautobahn eine halbe Stunde gesperrt war – dabei war die A 100 als Umfahrung empfohlen worden.

Die Hotels in Berlin waren an diesem Wochenende fast ausgebucht, denn viele Teilnehmer aus den 105 Nationen hatten Freunde oder Bekannte mitgebracht. „Es war die beste Woche seit langem“, sagte die Sprecherin der Berliner Tourismus-Marketing-Gesellschaft (BTM), Natascha Kompatzki. Auch wegen der Messen Popkomm und Innotrans „hatten wir Mühe, die Menschen unterzubringen“, sagte Kompatzki. Als Wirtschaftsfaktor sei der Marathon nicht zu unterschätzen, sagte die BTM-Sprecherin. Noch wichtiger seien die Fernsehbilder, „das ist wie bei der Fußball-WM wieder schöne Werbung für Berlin“. Seit langem gehört Berlin beim Marathon zu den „Big Five“ – neben New York, Boston, Chicago und London.

Auch in den Straßen kam WM-Stimmung auf, viele hatten ihre Deutschland-Fahnen wieder hervorgeholt und aus dem Fenster gehängt. Direkt am Brandenburger Tor blies und trommelte die „Lumpenkapelle Eschach“ in Düsenjägerlautstärke ihre heimischen Läufer ins Ziel. Weniger Kilometer zuvor, an der Potsdamer Brücke, musste der Läufer mit der Nummer 3397 dagegen die stillen Zuschauer anfeuern: „Was seid ihr müde hier!“ Besonderen Beifall erhielten überall zwei als Asterix und Obelix verkleidete Läufer, andere schwitzten an diesem wärmsten 24. September seit 100 Jahren im Bärenkostüm oder in selbst geschneiderter Häftlingskleidung.

Dass Haile Gebrselassie den Weltrekord von Paul Tergat nicht brechen konnte, soll nicht an den Temperaturen, sondern am böigen Wind gelegen haben, erzählte der Äthiopier später den Sportreportern.

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