Berlin : Berlin-Führer: Mit den wichtigsten Buslinien die Stadt erkunden

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Während Berliner für ihre Gäste früher ein ausgeklügeltes Sightseeing-Programm zusammenstellen mussten, sind sie heute fein raus. Sie setzen die Besucher einfach in den Bus. Aus den Fenstern der Linie 100 und 200 lässt sich die gewandelte Hauptstadt wunderbar beobachten. Nur, wer erklärt ihnen etwas dazu? Ein Büchlein will helfen. Auf hundertfünfzig Seiten informiert Reiner Elwers über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, von Europa-Center und Bauhaus-Archiv über das Haus der Kulturen der Welt bis hin zu Fernsehturm und Zeughaus. Man erfährt, dass im Zoo 1680 Tierarten leben und dass man bis zur Goldelse hinauf 285 Stufen bewältigen muss. Zwischen den zahlreich zusammengetragenen Fakten kommt der Autor ins Plaudern. Aufgrund der gelungenen Christo-Aktion rät er, nun den Fernsehturm einzupacken und beschreibt die strengen Mienen von Alexander und Wilhelm von Humboldt, die am Hauptportal der Universität "gnadenlos auf die von Bafög-Kürzungen und Regelstudienzeiten drangsalierten Studenten" herabblicken. Anstelle solcher "Philosophien" hätte Reiner Elwers den knappen Platz besser für Restaurant- und Café-Tipps genutzt. So bleibt der Hinweis auf das Café Zsolnay im Haus Ungarn (Karl-Liebknecht-Straße) fast die einzige interessante Adresse.

Deutschen Gästen kann man das Büchlein guten Gewissens in die Hand geben, Engländer haben wenig davon. Für sie wird jedes Kapitel in ein paar Sätzen zusammengefasst und rechtfertigt die Werbung "Deutsch-English" kaum.

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