Berlin : Hunderttausende feiern friedlich

Hunderttausende Fans haben in Berlin ausgelassen und friedlich den Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft gefeiert.

Berlin - Bei sommerlichem Wetter gingen die Besucher auf der Fanmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule beim 4:2-Sieg der deutschen Mannschaft gegen Costa Rica lange Zeit allerdings durch ein aufregendes Wechselbad der Gefühle. Erst spät konnte auch in Berlin der Münchener Start-Erfolg mit lautem und fröhlichem Jubel gefeiert werden. Nach Angaben des Senats waren auf der deutschlandweit größten Fanmeile mehr als 300.000 Menschen unterwegs. «Es ist eine große Party» sagte ein Sprecher.

Schon als in der sechsten Minute das erste Tor für Deutschland fiel, rissen viele bunt geschmückte Fans vor Freude die Arme in die Höhe. Auch die beiden anderen Deutschland-Tore wurden beklatscht, Sprechchöre feuerten die Mannschaft an, Trommler feuerten die Menge an. Am Brandenburger Tor breitete sich ein Fahnenmeer aus. Auch viele Fans aus aller Welt standen gut gelaunt in der Menge.

Die Polizei sprach von einem weitgehend friedlichen Verlauf. Rund 3200 Beamte waren im Einsatz, um das riesige Fußball-Fest zu sichern. Kleinere Rangeleien am Rande wurden laut Angaben schnell unterbunden. In der Nähe des Reichstages versuchten einige Fußballfans eine Einlassstelle zur umzäunten Fanmeile zu überrennen. Dabei stürzten Gitter um. Die Beamten hätten die Personen schnell zurückgedrängt.

Sanitäter des Roten Kreuzes hatten auf der Meile viel zu tun. Wegen Hitze, reichlichen Bierkonsums oder der Aufregung machten einige schlapp oder hatten Kreislaufprobleme. Rund 50 Personen wurden versorgt.

Auch im Sony Center am Potsdamer Platz herrschte dichtes Gedränge. In der ZDF-Arena feierten ausgelassen rund 3000 Fans. 1000 kostenlose Spieltickets, die der Sender vergeben hatte, waren innerhalb weniger Minuten vergeben. «Das ist eine Superstimmung hier», sagte ein Besucher. Auch die Adidas Arena am Reichstag mit rund 10.000 Plätzen war ausverkauft.

Überall in der Stadt waren Fans mit Deutschlandfahnen unterwegs, viele trugen Trikots in Weiß und Schwarz. Junge Frauen hatten sich die Deutschlandflagge im Kleinformat ins Gesicht geschminkt, auch Taxis hatten geflaggt. In zahlreichen Kneipen, die Großbildfernseher im Freien aufgestellt hatten, herrschte reger Betrieb.

Für Berlin wird es richtig ernst, wenn am kommenden Dienstag das erste WM-Spiel im Olympiastadion stattfindet und Brasilien und Kroatien auflaufen. Auch das Endspiel am 9. Juli wird in Berlin ausgetragen.

Die Hauptstadt steht seit Monaten im Zeichen der Fußball- Weltmeisterschaft. Vor dem Reichstag hat Adidas ein Mini- Olympiastadion aufgebaut, der Bundestag informiert in einer eigens zur WM errichteten stilisierten Reichstagskuppel über seine Arbeit. André Hellers riesiger Multimedia-Fußball-Globus steht vor dem Brandenburger Tor. (tso/dpa)

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