Berlin-Image : Einzigartig vielfältig

"Sei einzigartig, sei vielfältig, sei Berlin": Mit diesem Spruch gewinnt eine 17-jährige Schülerin den Wettbewerb um die Imagekampagne "Be Berlin". Der Berliner Senat will für die Kampagne nun zehn Millionen Euro ausgeben.

Bernd Matthies
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Klara Martens wird für ihren kreativen Spruch von Bürgermeister Klaus Wowereit geehrt. -Foto: dpa

Der Siegerspruch der Berliner Imagekampagne „Be Berlin“ kommt von einer Schülerin aus einem Vorort: „Sei einzigartig, sei vielfältig, sei Berlin“ war die Idee der 17-jährigen Klara Martens aus Hohen Neuendorf. Seit Donnerstagvormittag hängt diese Botschaft, die aus knapp 2000 Vorschlägen ausgewählt wurde, auf einem Großplakat über dem Eingang des Berliner Rathauses. Der Regierende Bürgermeister beglückwünschte die Gewinnerin vor dem Portal, sprach von einem „überzeugenden Dreiklang“ und sagte: „Dass Berlin so vielfältig und facettenreich ist, das macht Berlin einzigartig. Deshalb hat diese Botschaft verdient gewonnen.“

Vermutlich hatten sich die Organisatoren den Fototermin etwas besinnlicher vorgestellt, denn zur gleichen Zeit demonstrierten auf der anderen Straßenseite einige hundert Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, überwiegend Polizisten und Feuerwehrleute, für höhere Gehälter und die Fortsetzung der Tarifverhandlungen. Mit einem Trillerpfeifenkonzert und Sprechchören wie „Klaus, geh nach Haus!“ und „Wir sind Berlin!“ übertönten sie den offiziellen Teil.

Bei dieser Gelegenheit zeigte sich die Eignung des Grundmotivs der Be-Berlin- Kampagne für alle erdenklichen Botschaften. Die Demonstranten riefen „Sei unsozial, sei undemokratisch, sei Berlin“, Wowereit entgegnete: „Sei Gewerkschafter, sei Querulant, sei Berlin!“

Die vom Senat im März gestartete Kampagne soll zunächst zwei Jahre laufen und 10 Millionen Euro kosten. 2008 wird nur in Berlin geworben, 2009 auch bundesweit und eventuell im Ausland. Im ersten Schritt gehe es darum, das Selbstwertgefühl der Berliner zu stärken, heißt es bei der federführenden Berlin-Partner-GmbH. Wowereit sagte: „Wenn wir für diese Stadt werben wollen, müssen wir selbst davon überzeugt sein, dass Berlin lebenswert ist“. Kritik an der allgemeinen, wenig aussagekräftigen Botschaft wies er mit dem Hinweis, zurück, an eine Imagekampagne dürften keine zu hohen Ansprüche gestellt werden.

Zentrum der Kampagne ist die Website www.sei.berlin.de, auf der bisher 344 Berliner ihre eigene Geschichte zur Stadt erzählen. Dort berichtet beispielsweise der Kaufmann Mustafa Karadeniz („sei Träumer, sei Macher, sei Berlin“), wie er es geschafft hat, den Änderungsschneider als Ausbildungsberuf durchzusetzen. Die TV-Köchin Sarah Wiener hat den Spruch „sei Kraut, sei Blüte, sei Berlin“ beigesteuert. 

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