Berlin in der NS-Zeit : Ausstellung in der Topographie des Terrors wieder eröffnet

Eine der erfolgreichsten Ausstellungen Berlins ist wieder für das Publikum geöffnet und bekommt eine neue Gestalt. In den Kellern der früheren Befehlszentralen von Gestapo und SS ist die Geschichte mit Händen zu greifen.

Erst im Mai war des Dokumentationszentrum auf dem Gelände der Topographie des Terrors eröffnet worden. Auch die Ausstellung "Berlin 1933-1945. Zwischen Propaganda und Terror" im Ausstellungsgraben ist weiter zu sehen. Die Schau über die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus ist eine der erfolgreichsten Ausstellungen Berlins. Seit 1987 war sie als Provisorium in den Kellerruinen des Prinz Albrecht Palais untergebracht. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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06.05.2010 09:38Erst im Mai war des Dokumentationszentrum auf dem Gelände der Topographie des Terrors eröffnet worden. Auch die Ausstellung...

An der einstigen Berliner Mauer auf dem früheren Gelände der NS-Terrorzentrale wird die Schau über die Stadt in der Zeit des Nationalsozialismus an diesem Mittwoch wieder eröffnet. Das langjährige Provisorium in den Kellerruinen des Prinz Albrecht Palais' hatten seit 1987 mehr als zwei Millionen Menschen besucht.

Die Ausstellung ergänzt das im Mai eröffnete Dokumentationszentrum Topographie des Terrors. Auf 77 Tafeln wird Berlin präsentiert - von Hitlers Machtergreifung 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges und den Folgen mit der Teilung der Stadt.
„Berlin 1933-1945. Zwischen Propaganda und Terror“ - unter diesem Titel zeichnet die Ausstellung den Weg der Stadt von der linken Hochburg zur Hauptstadt des Dritten Reichs nach.

Auch 65 Jahre nach Ende der nationalsozialistischen Herrschaft habe es bisher noch keine Gesamtdarstellung zur Geschichte Berlins der NS-Zeit gegeben, sagte der Direktor der Dokumentationszentrums, Andreas Nachama. Durch die Zersplitterung wichtiger Aktenbestände wegen der Teilung der Stadt seien lange Zeit wichtige Dokumente nicht zugänglich gewesen.

Der Historiker gehörte zu den Gründern der Bürgerinitiative, die 1987 das Gelände als provisorischen Informationsort erschlossen hatte. In dem Provisorium im Kellergraben wurde auf Holztafeln das gesamte NS-Terrorsystem dargestellt. Diese Ausstellung ist jetzt in dem am 8. Mai eröffneten Dokumentationszentrum zu sehen.

„Es ist ein Traum, die Wilhelmstraße gehört uns“, schrieb der Berliner NSDAP-Gauleiter Joseph Goebbels am 30. Januar 1933 in sein Tagebuch. Den Nationalsozialisten war es gelungen, im „roten“ Berlin Fuß zu fassen und die Stadt zum politischen Zentrum ihrer Herrschaft auszubauen. Hier hatten nicht nur alle Ministerien ihren Sitz, hier etablierten die Nazis später auch die wichtigsten Terrorbehörden. In der Reichshauptstadt entstanden auch die Pläne zur Eroberung eines „Weltreiches“: Berlin sollte zur „Welthauptstadt Germania“ ausgebaut werden. (dpa)

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