Berlin : Berlin isst gut

Mit Feinschmeckern auf Safari durch die besten Restaurants der Stadt

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Ein guter Koch muss ein Meister der Überraschung sein. Denn die Gäste machen lange Zähne, wenn immer wieder dasselbe auf den Tisch kommt. Gut im Überraschen ist Josef Eder, der Küchenchef des VoxRestaurants im Grand Hyatt Hotel am Potsdamer Platz. Dieses Mal, so eröffnete er seinen Gästen am Samstagabend, gebe es keine Menükarte vorneweg. „Auf Safari weiß man auch nicht, wo der Leopard am Busch hängt“, sagte er, in der Jägersprache bestens präpariert. Spätestens jetzt waren sich seine Gäste bewusst, dass sie sich auf einer Safari befanden, und zwar der Davidoff-Gourmet-Safari.

Seit fünf Jahren gibt es diese Reise (nichts anderes heißt das Wort Safari übersetzt), auf der sich etwa 200 Feinschmecker durch das abendliche Berlin chauffieren lassen. Station wird in den Restaurants gemacht, die sich am Davidoff-Gourmet-Festival (noch bis 15. November) beteiligen. In jedem wird á la minute ein Gang serviert und Wein oder Champagner eingeschenkt. Die Teilnahme kostete 250 Euro pro Person. Beinahe wäre das einen Liebhaberpreis zu nennen, denn rund 80 Prozent Gäste am vergangenen Sonnabend waren schon bei Rundfahrten in den Jahren zuvor dabei. Beliebtester Smalltalk bei Tische: „Gehören Sie auch zu den 80 Prozent?“

Start war um 17 Uhr im Hugos, wo es oben im Hotel Intercontinental an der Budapester Straße ein Gipfeltreffen gab. Küchenchef Thomas Kammeier hatte Kolja Kleeberg vom VAU am Gendarmenmarkt und Allan Schultz aus Kopenhagen an seiner Seite. Ging es darum, wer der Beste ist? „Nein“, sagte Kleeberg, „es ist ein Miteinander." Man kenne sich und inspiriere sich gegenseitig.

Von weit oben nach weit draußen: Die abgeschiedenste Wegmarke war das Regent Schlosshotel in Grunewald, wo die zwei schwarzen Safari-Busse die Anwohner derart beunruhigten, dass jemand nach der Polizei rief. Doch die Ordnungsmacht überzeugte sich davon, dass den Bussen kein schwarzer Autonomenblock entstieg, sondern brave Gourmets. Dann ging’s zum Grand Hyatt, zum Adlon, zum Palace in der Budapester Straße und zum Swissotel in der Augsburger Straße. Dort wurde es Zeit für die Mitternachtssuppe. ling

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