• Berlin ist jetzt die „gefährlichste“ Stadt In der Kriminalitätsstatistik Hamburg abgelöst

Berlin : Berlin ist jetzt die „gefährlichste“ Stadt In der Kriminalitätsstatistik Hamburg abgelöst

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Berlin hat Hamburg als „gefährlichste“ Großstadt abgelöst. Dies ergab eine dpaUmfrage in den zehn größten deutschen Städten über die statistische Kriminalitätsbelastung pro 100 000 Einwohner im vergangenen Jahr. Danach wuchs in vielen deutschen Großstädten die Zahl der Gewaltverbrechen.

Ob Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, München oder Dortmund: Fahnder melden teils drastische Zunahmen bei verschiedenen Formen brutaler Taten. Mord, Totschlag, Sexualverbrechen, gefährliche oder schwere Körperverletzung, Geiselnahmen gehören zum kriminellen Repertoire rücksichtsloser Ganoven und gewaltbereiter Banden.

Es folgen in der Statistik Frankfurt, Düsseldorf, Bremen, Köln, Dortmund, Essen und München. Die statistisch „sicherste“ Großstadt ist Stuttgart. Nach Angaben von Experten stieg 2002 auch erstmals seit Jahren wieder die Jugendkriminalität in Deutschland.

„Der Anstieg der Gewaltkriminalität ist ein allgemeiner Trend“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundes deutscher Kriminalbeamter (BDK), Holger Bernsee. Die Großstädte seien Schmelztiegel. „Dabei rücken gerade junge Männer bei der Gewaltkriminalität immer stärker ins Rampenlicht“, sagte Bernsee und verwies auch auf einen Anstieg der Jugendkriminalität 2002.

Bundesweit gebe es bei den jungen Leuten auch den Trend zur Bewaffnung. Ein Problem, das auch Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) mit Sorge sieht. So stieg in der Stadt die Zahl der von Jugendlichen verübten Raubtaten 2002 um mehr als 10 Prozent, die Zahl der hierbei eingesetzten Stichwaffen sogar um 76 Prozent. Auch Körting sprach von einem zunehmend brutalen Vorgehen der jungen Täter.

Drastische Anstiege bei den erfassten Delikten gab es in Düsseldorf (plus 15,5 Prozent) und in Dortmund (plus 10,8). Neben der Gewaltkriminalität in beiden Städten stieg dort auch die Zahl der Diebstähle. Zugleich sank die Aufklärungsquote der Ermittler. Auch in der statistisch „sichersten“ Großstadt Stuttgart nahm die Zahl der Fälle um 2,9 Prozent zu. Vor allem Versicherungsbetrug oder auch Diebstahl aus Automaten hatten hier enorme Steigerungsraten.

Erfolge im Kampf gegen Dealer, Ganoven oder Kleinkriminelle können indes Fahnder in Hamburg und München für 2002 vorweisen. An der Elbe sank die Zahl der registrierten Straftaten um 15,5 Prozent auf rund 269 000. Allerdings ist die hohe Zahl auch durch den Wegfall eines Großverfahrens mit 27 000 Einzelfällen geprägt. Davon bereinigt ging die Kriminalität um 7,9 Prozent zurück. Einen deutlichen Anstieg gab es mit 13,2 Prozent allerdings bei Banküberfällen.

In den neuen Bundesländern gab es 2002 eine unterschiedliche Entwicklung. Während in Thüringen und Sachsen-Anhalt die Zahl der Fälle leicht stieg, sanken in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg die registrierten Taten. dpa

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