Berlin-Köpenick : Tag der offenen Tür in Flüchtlings-Containern

Viel ist zu den Wohncontainern in Köpenick gesagt worden, lange hat man sich um die Flüchtlingsunterkunft gestritten. Als die Anwohner am Montag zum Tag der offenen Tür in die Wohncontainer in der Alfred-Randt-Straße geladen wurden, war aber von Ärger nicht mehr viel zu merken.

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Ist das gut genug? Das fragten sich die Haushaltspolitiker in der Alfred-Randt-Straße in Köpenick.
Ist das gut genug? Das fragten sich die Haushaltspolitiker in der Alfred-Randt-Straße in Köpenick.Foto: dpa

Zahlreiche Anwohner der Wohncontainer in Köpenick kritisierten, dass in der Nähe schon ein Flüchtlingsheim stehe, dass hier im Salvador-Allende-Viertel ohnehin nicht gerade die Privilegiersten der Stadt wohnten, dass also 400 Frauen, Männer, Kinder – vor allem aus dem Nahen Osten – vielleicht nicht in die Gegend passten. Als die Anwohner am Montag zum Tag der offenen Tür in die Wohncontainer in der Alfred- Randt-Straße geladen wurden, war aber von Ärger nicht mehr viel zu merken.
Sicher, eine Handvoll stand auf der anderen Straßenseite und schimpfte leise. Diejenigen, die sich aber durch die dreistöckige Wohnanlage führen ließen, sagten durchweg: Die geflohenen Familien seien willkommen, auch wenn Menschen, die vor Krieg geflohen sind, eher Obdach verdient hätten, als Wirtschaftsflüchtlinge. Der junge Mann, den Heimleiter Peter Hermanns den Gästen am Montag dann vorstellte, ist Kriegsflüchtling: Er sei Mechaniker und komme vom syrischen Teil der Golan-Höhen, sagte der Syrer, nun wolle er Deutsch lernen. Und damit’s klappt, braucht er was? „Brauche Ubung“, also Übung – das Publikum schmunzelte. Dann geht es durch die schmucklosen, sterilen Gänge. Kein Hort, um Vorurteile zu schüren, sagt Oliver Igel (SPD), der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick. Von wegen: „Die“ bekämen alles. Aber die Wohncontainer seien auch besser als so mancher, schon seit Jahrzehnten genutzer Bau.
Dass in der Köpenicker Alfred-Randt-Straße bald 400 neue Asylbewerber wohnen, hatte übrigens auch die Debatte um die Verteilung zwischen den Bezirken neu entfacht. Nach wie vor sind etwa in Zehlendorf weniger Flüchtlinge untergebracht als in den meisten Stadtteilen im Berliner Osten. Ingrid Stahmer, zur Wende als Sozialsenatorin selbst für Flüchtlinge zuständig, sagte am Rande des Besuches in der Alfred-Randt-Straße, sie sei zuversichtlich, dass die Verteilung nun ausgeglichener werde.

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