Berlin-Kolumne "Von Tag zu Tag" : Wo bleibt denn bloß Anke?

Frederik Hanssen hätte so gerne einen Filmstar vor seinem Fenster, bleibt extra nachts auf - und dann kommt alles ganz anders.

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Eisig. Anke Engelke drehte am Dienstag in der „Eis-Boutique“ in Friedenau. Sie spielt in der Verfilmung des Kinderbuches „Rico, Oscar und die Tieferschatten“ die böse Eisverkäuferin. Der Film kommt im Juni 2014 in die Kinos.
Eisig. Anke Engelke drehte am Dienstag in der „Eis-Boutique“ in Friedenau. Sie spielt in der Verfilmung des Kinderbuches „Rico,...Foto: Eventpress Herrmann

In Berlin wird ja immer gerade irgendwo ein Film gedreht. Sogar bei uns im beschaulichen Friedenau. In den vergangenen Tagen konnten wir die Crew von „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ aus nächster Nähe beobachten. Darum erschien es uns auch ganz normal, als plötzlich über die ganze Straßenlänge Schilder ein absolutes Halteverbot verkündeten, und zwar von 22 Uhr abends bis 10 Uhr morgens: Cool, dachten wir, da müssen sicher noch Nachtaufnahmen in den Kasten. Okay, wegen umfangreicher Straßenbauarbeiten in der Gegend herrscht derzeit zwar sowieso schon akuter Parkplatzmangel – aber Anke Engelke in action direkt vorm Schlafzimmerfenster, das wiegt den Stress auf!

Bis uns die Augen zufallen, ist allerdings von Filmkunst nichts zu sehen. Straße. Nacht. Laub im Wind. Keine Schauspieler. Dafür fahren wir um drei Uhr morgens aus dem Bett hoch: Geräusche wie in einem Actionstreifen, schnell die Gardine zur Seite – draußen dieseln Tieflader, die gigantische Betonröhren und mannshohe Stahl-Spundwände geladen haben. Keine Scheinwerfer, keine Stars also, nur Blaumänner im Abblendlicht. Jungs, um mit euren überbreiten Monstertrucks durch die schmalen Seitenstraßen zu kommen, braucht ihr autofreie Fahrbahnen. Aber könnt ihr das Material für den Ausbau der Kanalisation nicht zu ziviler Zeit liefern?

Nach langem Hin- und Herwälzen unruhige Träume: Frau Engelke verschwindet in einem Gulli. Rico und Oskar sind Trucker und haben sich im Auftrag der Tourismuswerber von „Visit Berlin“ eine Eventreihe ausgedacht, mit dem Titel „The city that never sleeps“. Die Tieferschatten jedenfalls habe ich heute unter meinen Augen.

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