Berlin-Kreuzberg : Sechs Grafittisprayer nach Gewaltausbruch vor Gericht

Mit Schippen, Besen und Messern gingen Mitglieder der Graffitisprayer-Szene aufeinander los. Ein 27-Jähriger war dabei lebensgefährlich mit einem Messer verletzt worden. Sechs Angeklagte im Alter von 20 und 21 Jahren müssen sich nun vor dem Berliner Landgericht verantworten.

BerlinDen zwei Hauptangeklagten wird versuchter Totschlag zur Last gelegt, eier weitere sind wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Sie sollen im Mai 2006 am U-Bahnhof Schlesisches Tor in Kreuzberg einen 27-jährigen Kontrahenten durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt und weitere Personen mit Schlägen und Tritten misshandelt haben. Laut Anklage hatten sie zuvor im Zug randaliert, Fensterscheiben eingeschlagen und Wände besprüht. Beim Aussteigen am Schlesischen Tor habe der 20-jährige Hauptangeklagte die Sprayer der anderen Gruppe mit Reizgas attackiert. Mit Besen und Schippen, die sie aus einer Abstellkammer des Bahnhofs entwendeten, sollen die Angeklagten dann später vor dem U-Bahnhof die gegnerische Gruppe angegriffen haben.

Der zweite Hauptangeklagte im Alter von 21 Jahren bestritt zu Prozessbeginn die Messerstiche, räumte jedoch ein auf den 27-Jährigen eingeschlagen und ihn mit Füßen getreten zu haben. Er könne aber nicht sagen, wer zugestochen hat und beteuerte, er habe kein Messer bei sich gehabt. Nach der Reizgasattacke in der U-Bahn habe der 27-Jährige die beiden Hauptangeklagten telefonisch aufgefordert, zum Bahnhof zu kommen und sich dort zu "schlagen", sagte der 21-Jährige. Als die Gruppe dort eintraf, habe das spätere Opfer, das in Begleitung seiner Freunde war, eine Flasche nach ihnen geworfen und den 20-jährigen Hauptangeklagten am Kopf getroffen. Daraufhin seien beide Gruppen aufeinander losgegangen.

Ein 20-jähriger Mitangeklagter behauptete gegenteilig, der 21-jährige Hauptangeklagte habe bei der Schlägerei anfangs ein Messer in der Hand gehalten und jemanden damit bedroht. Er sei sich zudem sicher, dass der 20-jährige Hauptangeklagte mit den Messerstichen "nichts zu tun hat". Dieser sei "zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr vor Ort" gewesen. (mit ddp)

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