Berlin-Kultur : Schlüsselübergabe für Bodemuseum

Mit einer symbolischen Schlüsselübergabe wurde heute das Bode-Museum wieder an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. 2006 sollen hier die Skulpturensammlung und Teile der Gemäldesammlung einziehen.

Berlin - Als zweites Haus auf der Berliner Museumsinsel ist am Montag das sanierte Bodemuseum an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben worden. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) bekräftigten dabei die Verpflichtung der neuen Bundesregierung für die komplette Wiederherstellung des UNESCO-Weltkulturerbes mit dem Pergamonmuseum im Mittelpunkt. Dafür stehe eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Der mehrjährige Umbau des Bode-Museums wurde für 152 Millionen Euro unter Federführung der Architekten Heinz Tesar (Wien) und Christoph Fischer (Berlin) realisiert. Das Gesamtprojekt sei ohne zeitliche Verzögerung im Kostenrahmen geblieben, sagte der Präsident der Preußenstiftung, Klaus-Dieter Lehmann. «Das grenzt schon an ein Wunder.» Mit der Restaurierung wurde das Museum von Grund auf saniert und erhielt eine neue Klimatechnik.

Zwischen S-Bahn, Spree und dem Kupfergraben sollen auf einer Nutzfläche von 11 000 Quadratmetern von Mitte 2006 an die Skulpturensammlung, das Museum für Byzantinische Kunst sowie Teile der Gemäldesammlung zu sehen sein. Zum Museum gehört das bereits eröffnete Münzkabinett. Über eine so genannte Archäologische Promenade soll der 1904 eröffnete und im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigte neobarocke Museumspalast mit dem benachbarten Pergamonmuseum und den anderen Museen verbunden werden.

Tiefensee bekräftige den Willen des Bundes, «die Museumsinsel wieder zu alter Größe» zu führen. Neumann bezeichnete die Finanzierung des Bodemuseums als «deutliches und nachhaltiges Signal des Bundes dafür, dass er sich auch unter verschärften Sparzwängen dem Erhalt und der Pflege der Museumsinsel verpflichtet fühlt».

Ende 2001 war bereits die Alte Nationalgalerie nach ihrer Sanierung wiedereröffnet worden. 2008 soll der Wiederaufbau des Neuen Museums abgeschlossen sein, das dann wieder die Ägyptische Sammlung mit der Büste der Nofretete aufnehmen wird. Dann werden jährlich etwa drei bis vier Millionen Besucher auf der Museumsinsel erwartet.

Das Bodemuseum, von 1897 bis 1904 vom Hofarchitekten Ernst von Ihne und Gründungsdirektor Wilhelm Bode als «Schule des Geschmacks» konzipiert, soll an der nörlichen Spitze der Museumsinsel wieder ein Panorama der abendländischen Kultur bieten, wie der Generaldirektor der Staatlichen Museen, Peter-Klaus Schuster, sagte. Im Mittelpunkt steht die so genannte Basilika im Stil einer florentinischen Renaissance-Kirche mit prächtigen Marmorboden. Zwei große Treppenhäuser eröffnen den Weg in das erste Obergeschoss. In den fünfziger Jahren erhielt das einstige Kaiser-Friedrich-Museum den Namen Bodes.

Schuster bekräftige die Absicht, die gesamte Gemäldegalerie am Kulturforum allmählich auf die Museumsinsel umzusiedeln und dort die Kunst des 20. Jahrhunderts konzentrieren. Für die Werken alter Meister wie Rembrandt und Rubens sei das Bodemuseum allerdings zu klein. Deswegen sei ein Ergänzungsbau notwendig, das gegenüber des Museum errichtet werden und den Namen des bekannten Sammlers James Simon (1851-1932) tragen soll. (tso/dpa)

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