Berlin : „Berlin macht sich oft zu klein“ Wowereit fordert mehr „Corporate Identity“

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„Seien Sie mutiger als bisher“, rief Klaus von der Heyde, Präsident des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit zu. Die Wirtschaft müsse mehr als bisher im Fokus der Senatspolitik stehen. Trotz dieser kritisch-aufmunternden Worte wurde der Gast, bei einem üppigen Frühstück mit 240 Unternehmern im Interconti, überaus freundlich begrüßt. Der versprochene Mentalitätswechsel sei eingetreten, bescheinigte von der Heyde dem Regierenden. „Sie bewerben sich wieder für das Amt – mit guten Aussichten.“

Doch im Laufe der Diskussion rückte der frühere Finanzsenator Peter Kurth (CDU), der das „Business Breakfast“ moderierte, den ersten Eindruck zurecht, dies sei eine Wahlkampf-Party für Wowereit. „Wir unterstellen Ihnen gern, dass Sie sich bemühen“, sagte er dem Regierenden. Aber es wäre ein Missverständnis zu glauben, „dass Sie noch mehr als acht Monate Zeit haben, Ihre Politik umzusetzen“. Am 17. September wird in Berlin gewählt. Kurth gab Wowereit zwar Recht, dass Wirtschaft und Politik an einem Strang ziehen müssen, um ein neues Bild von Berlin zu entwickeln. „Doch daran haben wir noch zu arbeiten.“

Wowereit selbst setzte in seinem einstündigen Vortrag auf Optimismus. Die Berliner hätten manchmal eine große Klappe, machten sich aber oft zu klein. Berlin brauche „mehr Corporate Identity“. Ein bisschen mehr Selbstwertgefühl dürfe es schon sein. Außerhalb der Stadt werde Berlin als die spannendste Metropole in Europa empfunden. Als Industriestandort habe Berlin aber nur eine Chance mit hoch spezialisierter Fertigung, nicht mit der Massenproduktion. Am Ende eine gute Nachricht: Der VBKI will die Hilfe der Berliner Wirtschaft für das Eröffnungsfest zur Fußball-WM ankurbeln und koordinieren. za

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