Berlin-Marathon : Sie sind Helden

42,195 Kilometer - und das bei sommerlichen Temperaturen. Wer das geschafft hat, darf sich mit Fug und Recht als Sieger bezeichnen, egal welche Zeit dabei heraussprang. Tagesspiegel Online und Radio Eins haben drei der rund 40.000 Helden beim Berlin-Marathon begleitet. (25.09.2005, 17:00 Uhr)

Dabei sein ist alles, sagt man gemeinhin. Für Anne Wendler (Foto li.) aus Altglienicke gilt dies gleich zweifach: Die 40-Jährige ist dieses Mal tatsächlich sowohl bei den Skatern am Sonnabend als auch bei den Läufern einen Tag später dabei - eine unglaubliche Leistung. "Ich werde deshalb länger als üblich brauchen", sagt sie am Sonntagmorgen. Üblich - das sind vier Stunden oder etwas darunter. 4:30 peilt sie an, am Ende bleibt sie sogar 4 Minuten unter dieser Zielmarke. Der Berlin-Marathon ist sage und schreibe ihr 7. Marathon - in diesem Jahr. Nach ihrer Vorbereitung gefragt antwortet sie lapidar: "Ach, ich bereite mich mit jedem Marathon auf den nächsten vor." Schon am 23. Oktober wird Anne Wendler beim Dresden-Marathon an den Start gehen.

Für Christian Löw (oberes Foto, re.) aus Kreuzberg scheint die Drei eine magische Zahl zu sein: Er läuft den Marathon zum dritten Mal, bereitete sich rund drei Monate auf den Lauf vor und peilt eine Zeit von 3:30 h an. Dass er dann eine Minute länger braucht, führt der 39-Jährige auf die fast hochsommerlichen Temperaturen zurück. Rund zwei Minuten, sagt er, könne man bei so einem Wetter von seiner Zeit abziehen, dann erhalte man die Zeit, die man bei kühlerem Wetter gelaufen wäre. Doch das sind Peanuts, insgesamt ist er von diesem Tag völlig begeistert. Er schwärmt von der "unglaublichen Atmosphäre" entlang der Strecke, die großartiger als jemals zuvor gewesen sei. Natürlich will Christian Löw, der im "normalen Leben" in einem Berliner Reisebüro arbeitet, nächstes Jahr wieder dabei sein.

Jens Zinke (im Bild zusammen mit Radio Eins-Reporter Rolf Kunz) läuft den Berlin-Marathon zum vierten Mal. Der 45-jährige Biesdorfer hat sich vorgenommen, eine Scharte vom letzen Mal auszuwetzen. Da hatte er Wadenkrämpfe bekommen und war deshalb nur eine 4:06 gelaufen. Diesmal will der Ingenieur unbedingt unter vier Stunden bleiben. Vorbereitet hat er sich mit konstantem Training - und mit drei Triathlon-Teilnahmen in diesem Jahr. Am Ende läuft Jens Zinke eine Zeit von 4:08 Stunden. Wieder sind es Wadenkrämpfe, die ihn ab Kilometer 27 quälen. Er denkt daran, aufzugeben, schleppt sich mühsam bis Kilometer 30. Dort warten Masseure, die ihn wieder ein wenig aufpäppeln. Im Ziel ist er zufrieden, es geschafft zu haben - und die tolle Stimmung miterlebt zu haben. Sogar "ganz hinten in Zehlendorf" seien überall Menschen an der Strecke gestanden, erzählt er begeistert. Jens Zinke, Christian Löw und Anne Wendler - drei Sieger beim Berlin-Marathon 2005.

Alle drei Läufer können übrigens noch einmal gewinnen - sie gehören nämlich zu den 128 auserwählten "Smart-Läufern", unter denen am 28. September ein "Smart auf Zeit" verlost werden wird. Wir wünschen den Dreien viel Glück. (hx)

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