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Berlin-Marienfelde : Chemikalienbehälter in Flüchtlingsheim - Polizei ermittelt

Ein Zeuge beobachtet nachts Menschen, die Polizei durchsucht zwei Heime: "Es kann bislang nicht ausgeschlossen werden, dass Chemikalien zur Herstellung von explosiven Stoffen verwendet wurden."

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Nachtstreife der Polizei (Symbolbild)
Nachtstreife der Polizei (Symbolbild)Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Nach dem Fund leerer Chemikalienbehälter in der Nähe von zwei Flüchtlingsunterkünften in Marienfelde gehen Polizei und Generalstaatsanwaltschaft vorsichtshalber einem Terrorverdacht nach. In der Nacht zu Montag hatten Beamte des Landeskriminalamts auf dem Gelände am Trachenbergring in Wertstoffcontainern mehrere Behälter sichergestellt.

Chemikalien wurden nicht gefunden

Mit der Chemikalie, die sich darin befunden hatte, und weiteren Stoffen könnte Sprengstoff hergestellt werden. Den Hinweis auf die leeren Behälter hatte die Polizei von einem Zeugen bekommen, der in der Nacht zu Montag mehrere Personen beobachtet hatte, die Gegenstände aus einem Transporter entluden.

LKA-Beamte hätten in den zwei Flüchtlingsunterkünften auf dem Areal nachgeschaut, um eine mögliche Gefahr für die Bewohner ausschließen zu können, sagten am Mittwoch Polizei und Generalstaatsanwaltschaft. Die Chemikalien wurden nicht gefunden.

43-jähriger Flüchtling vorübergehend festgenommen

Die Einsatzkräfte nahmen allerdings einen 43-jährigen Flüchtling vorübergehend fest. Er soll nach Angaben von Zeugen vor einigen Wochen einen Transporter entladen haben und hatte möglicherweise mit den Chemikalienbehältern zu tun. Nach Informationen des Tagesspiegels handelt es sich bei dem Mann um einen Tschetschenen.
Da nicht auszuschließen sei, dass die verschwundenen Chemikalien zur Herstellung von explosiven Stoffen verwendet wurden, habe die Generalstaatsanwaltschaft ein Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat eingeleitet, heißt es in einer gemeinsamen Pressemeldung der Behörde und der Polizei.

Der Tschetschene sei allerdings nach erkennungsdienstlicher Behandlung wieder auf freien Fuß gesetzt worden, da ihm bislang keine strafbare Handlung nachgewiesen werden konnte, sagten Sicherheitskreise. Möglicherweise seien die leeren Chemikalienbehälter lediglich von Personen, die keine Flüchtlinge seien, illegal entsorgt worden.

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