Berlin Maximal : Kritik will gelernt sein

Frank Steffel sprach im Bmax-Club über seinen Spagat zwischen Politik und Unternehmertum. Auf den Sieg der CDU bei den Landtagswahlen 2011 würde er sogar wetten.

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Frank Steffel. -Foto: Kitty Kleist-Heinrich

In der Politik ist Frank Steffel mittlerweile ein alter Hase, ein Neuling dagegen im Bundestag. Am Donnerstagabend war der CDU-Mann und frühere Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters zu Gast im Club von „Berlin maximal“ (Bmax). Das Wirtschaftsmagazin des Tagesspiegels hatte den Reinickendorfer Unternehmer eingeladen, um mit Bmax-Chefredakteur Gerd Appenzeller und Tagesspiegel-Lokalchef Gerd Nowakowski über den Spagat zwischen Politik und Wirtschaft zu sprechen.

„Der Unternehmer ist in der Regel zielorientiert, ungeduldig und undemokratisch“, sagte Steffel, der einen mittelständischen Betrieb für Innenausstattung führt. Ein Unternehmer, der in die Politik gehe, müsse sich zum Beispiel daran gewöhnen, kritisiert zu werden, sagte der 43-Jährige. Steffel sitzt seit September 2009 als Abgeordneter für Berlin im Bundestag. Dort ist der Politiker unter anderem für Finanz- und Sportpolitik zuständig. Den Unterschied zwischen der Arbeit im Landtag und Bundestag beschreibt er so: „Landtag ist ein wenig wie Schule, der Bundestag eher wie eine Universität.“ Dort seien die Freiheiten größer als im Abgeordnetenhaus, und wenn man im Bundestag gar nichts tue, störe das auch niemanden. Über die Chancen der Berliner CDU, bei den kommenden Landtagswahlen sagte Steffel: „Wir werden 2011 regieren. Da nehme ich eine Wette an.“ Die Berliner Christdemokraten hätten die Zeit nach dem Wahldebakel von 2001 erfolgreich zur Regeneration genutzt. Eine erneute Kandidatur auf Landesebene schloss Steffel aus.

Auch die Berliner Wirtschaft hat sich in den Augen des Politikers weiterentwickelt. Während bis zur Wende in Westberlin „ein bisschen Inzucht auf einer abgeschotteten Insel“ geherrscht habe, ziehe Berlin heute modernere Unternehmertypen an; Frauen und Mitbürger ausländischer Herkunft seien stärker in der Wirtschaft vertreten.

Insgesamt gab sich der Unternehmer, der mit rund 550 Mitarbeitern einen „Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe“ erwirtschaftet, am Donnerstagabend in den Räumlichkeiten des neuen Tagesspiegel-Hauses am Askanischen Platz mitteilungsfreudig. So erfuhren die rund 60 Gäste, dass in seinem Betrieb grundsätzlich nicht über Politik geredet wird, und Parteimitglieder, die ihn um einen Job bitten, abgelehnt werden. „Ich will keinen Loyalitätskonflikt“, sagte Steffel. Constance Frey

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