Berlin-Mitte : 95 Tonnen Gammelfleisch sichergestellt

Lebensmittelkontrolleure haben bei Durchsuchungen in Berlin 95 Tonnen verdorbenes Putenfleisch entdeckt und beschlagnahmt. Das Fleisch stammt aus Italien, das Landeskriminalamt ermittelt.

Berlin - Der Fund sei bereits am 21. September anlässlich einer Kontrolle des Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamtes in der Beusselstraße gemacht worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Stichprobenartige Untersuchungen hätten ergeben, dass 19 der 25 genommenen Proben gesundheitsschädlich oder wertgemindert waren. Untersuchungen weiterer Proben liefen. Die FDP-Fraktion kündigte an, eine Sondersitzung des parlamentarischen Gesundheitsausschusses zu dem Thema noch vor Weihnachten zu beantragen.

Die Staatsanwaltschaft führt den Angaben zufolge seit dem 23. Oktober ein von der Amtsanwaltschaft übernommenes Ermittlungsverfahren gegen einen in diesem Zusammenhang beschuldigten 59-Jährigen wegen Vergehens nach dem Lebensmittel- Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB). Dem Verdächtigen werde das "Inverkehrbringen" von verdorbenem Putenfleisch vorgeworfen.

Am Mittwoch wurden der Staatsanwaltschaft zufolge im Zuge der Ermittlungen die Geschäftsräume der betroffenen E.-GmbH durchsucht und Unterlagen sichergestellt. Die Auswertung der Beweismittel und die Ermittlungen durch das zuständige Kommissariat des Landeskriminalamtes Berlin dauern an.

FDP-Gesundheitsexperte Kai Gersch sagte, allein die enorme Menge verdorbenen Fleischs werfe Fragen auf, aber auch die Tatsache, dass Parlament und Öffentlichkeit erst jetzt informiert wurden. Die Fraktion forderte eine zügige Aufklärung des Skandals, auch um möglicherweise vorhandene Sicherheitslücken in der Berliner Lebensmittelkontrolle schnellstens schließen zu können. (tso/ddp)

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