Berlin-Neukölln : CDU-Politikerin verteidigt Nein zu Moschee-Bau

Die Neuköllner Baustadträtin Stefanie Vogelsang (CDU) hat ihr Nein zu einem Moschee-Bau in ihrem Bezirk verteidigt. Sie sieht Fundamentalisten hinter dem Bau, beruft sich aber vor allem auf das Baurecht.

Berlin - Das geplante Projekt des muslimischen Vereins "Inssan" in der Pflügerstraße verstoße "massiv gegen das Baurecht", sagte Vogelsang der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Es sei ein riesiger Komplex mit Versammlungsräumen, Cafés, Sauna und Geschäften vorgesehen, der "nicht in ein reines Wohngebiet" passe. Die erlaubte Nutzfläche solle um 40 Prozent überschritten werden.

Unabhängig davon sei sie aus politischen Gründen "froh", dass das Projekt nicht genehmigt werden könne, betonte die Politikerin. Der Eigentümer des Grundstücks sei eng mit dem "European Trust" in London verbunden, "der wiederum laut Verfassungsschutz der radikalen Muslimbruderschaft nahe steht, die immer wieder Selbstmordattentate verherrlicht hat". Auch wenn der Verein ehrlich gegen Zwangsehen und für einen europäischen Islam sei sowie Gewalt gegen Frauen ablehne, habe sie den Eindruck, dass er sich "missbrauchen" lasse.

Vogelsang: Moschee wird von Islamisten finanziert

Nach ihren Erkenntnissen, die sich auf Berichte des Bundesinnenministeriums und des Verfassungsschutzes stützten, zahlten für das Projekt saudische und andere arabische Stiftungen, sagte Vogelsang. Dahinter stehe die Absicht, "Muslime auch hier zu Lande an sich zu binden und den Islam Schritt für Schritt zur beherrschenden Weltreligion zu machen". Dabei würden die liberale Rechtsordnung und geltende Religionsfreiheit in Deutschland "gezielt ausgenutzt".

Vogelsang räumte ein, dass das Baurecht "kein geeignetes Mittel" sei, um Terrorismus oder islamischen Fundamentalismus zu bekämpfen. Gebraucht würden bessere Möglichkeiten, "gegen Hassprediger, Fundamentalisten und andere Radikale vorzugehen". Sie bedrohten nicht in erster Linie die deutsche Bevölkerung, sondern die gemäßigten Muslime. Auch mit der "kritischen Prüfung" beim Moschee-Bau gehe es ihr darum, die gemäßigten Muslime, die im Norden Neuköllns in der Mehrheit seien, "vor der Beeinflussung und der Indoktrination durch Islamisten zu bewahren". (tso/ddp)

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