Berlin : Berlin nimmt Abschied von Heinz Berggruen

Als Erster trug sich der Regierende Bürgermeister ins Kondolenzbuch ein Die Beerdigung findet am Freitag auf dem Waldfriedhof Dahlem statt

Cay Dobberke

Der am Freitag in Paris gestorbene Kunstsammler und Mäzen Heinz Berggruen wird an diesem Freitag auf dem Berliner Waldfriedhof Dahlem beerdigt. Als Berliner Ehrenbürger erhält er ein Ehrengrab. Wie der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Klaus-Dieter Lehmann, gestern mitteilte, sei es ausdrücklicher Wunsch Berggruens gewesen, in seiner Geburtsstadt Berlin beerdigt zu werden. Dies habe ihm die Witwe Bettina Berggruen mitgeteilt.

Gestern wurden im Museum Berggruen gegenüber dem Schloss Charlottenburg wie auch im Roten Rathaus Kondolenzbücher ausgelegt. Im Roten Rathaus trugen sich zuerst der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und der Präsident des Abgeordnetenhauses Walter Momper in das Buch ein, neben dem ein Foto Berggruens mit schwarzem Band, weiße Rosen und eine Kerze standen. Unter den ersten Eintragungen waren auch die des CDU-Fraktionsvorsitzenden Friedbert Pflüger, des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen, des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker und von Andreas Nachama, ehemals Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und nun Direktor der Stiftung Topographie des Terrors.

Berggruen sei „ein Geschenk für die Stadt“ gewesen, sagte von Weizsäcker. Schon früh habe er ihm erzählt, dass er ein Grab auf dem Friedhof am Hüttenweg gekauft habe – angesichts seiner Erfahrungen mit den Nationalsozialisten und seines langen Exils sei das sehr bewegend gewesen. Kulturell, politisch, menschlich habe es nicht seinesgleichen gegeben, würdigte von Weizsäcker den Toten. Nachama sagte, dass Berggruen sich nicht besonders in der Jüdischen Gemeinde engagiert, aber auf seine Weise die jüdische Identität in der Stadt geprägt habe.

Im Roten Rathaus ist das Kondolenzbuch bis zum Tag der Beerdigung jeweils von 9 bis 18 Uhr zugänglich. In der Rotunde des Berggruen-Museums, wo die der Stiftung Preußischer Kulturbesitz von dem Sammler zu einem symbolischen Preis verkaufte Sammlung gezeigt wird, liegt es täglich von 10 bis 18 Uhr, am Donnerstag bis 22 Uhr aus.

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