Berlin-Pankow : AfD-Kandidat Seifert will kein Stadtrat mehr werden

Sieben Mal trat Nicolas Seifert an, um für die AfD ins Pankower Bezirksamt einzuziehen. Sieben Mal scheiterte er. Jetzt sucht die Partei einen neuen Kandidaten.

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AfD-Mann Seifert scheiterte sieben Mal in der BVV Pankow.
AfD-Mann Seifert scheiterte sieben Mal in der BVV Pankow.Foto: Ulrike Scheffer

Der umstrittene Stadtratskandidat der AfD in Pankow, Nicolas Seifert, wird sich nicht noch einmal zur Wahl stellen. „Der unbegründete und hartnäckige Widerstand der anderen Parteien lässt daran zweifeln, dass Seifert jemals gewählt wird“, erklärte Parteisprecher Ronald Gläser dem Tagesspiegel.

Sieben Mal war Seifert in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow angetreten und jedes Mal gescheitert. SPD, Grüne und Linke werfen dem Unternehmensberater mangelndes Demokratieverständnis und fehlende fachliche Eignung vor. In die Kritik war Seifert auch geraten, weil in einem Video zu sehen ist, wie er einen als Clown verkleideten ZDF-Reporter der Satire-Sendung „heute Show“ attackiert hatte. „Ich habe mich falsch verhalten. Aus heutiger Sicht bedauere ich den Vorfall“, erklärte Seifert bei der vergangenen BVV-Sitzung.

Gläser erklärte, dass man auf eine bereits ins Spiel gebrachte Klage gegen die mehrfach gescheiterte Wahl Seiferts zunächst verzichten wolle. Man werde jetzt im Februar nach einem neuen Kandidaten suchen. Dabei gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit, weshalb man zur nächsten BVV-Sitzung Anfang März vermutlich noch keinen Kandidaten haben werde. „Wir könnten uns auch vorstellen, die Stelle auszuschreiben, so wie es die Grünen auch gemacht haben“, sagte der Sprecher der Berliner AfD.

Christian Tretbar ist Chefredakteur Online des Tagesspiegels. Am Donnerstag schreibt er als Gastautor den Bezirksnewsletter Tagessspiegel Leute Pankow. Hier geht's zum Abo.


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