Berlin : Berlin – Piräus

Ulrich Zawatka-Gerlach

Es wurde aber auch Zeit, dass der Regierende Kulturmeister Klaus Wowereit seine griechische Amtskollegin Vicky Leandros vor den Genossen in Schutz nimmt. SPD-Landeschef Michael Müller wollte die neue Kulturstadträtin von Piräus nämlich zum Gespött der Parteitagsdelegierten machen, nur weil sie vor der Berliner Wahl fast im Schattenkabinett des CDU-Manns Friedbert Pflüger gelandet wäre – als Kultursenatorin in spe. Wer Leandros haben wollte, schimpfte Müller, dürfe nicht kritisieren, dass die Berliner Kulturpolitik nun im Roten Rathaus gemacht werde.

Aber, aber, beschwichtigte Wowereit den zürnenden Freund. So dürfe er über Vicky nicht reden. Er habe erst vor ein paar Tagen sehr nett mit ihr telefoniert. Und es sei doch sehr klug von ihr gewesen, in Piräus für die sozialistische Pasok zu kandidieren. So ist das eben. Wenn man das richtige Parteibuch findet, ist man schon auf dem richtigen Weg. Den CDU-Leuten in Hamburg und Berlin, Ole von Beust und Pflüger, hatte sie noch einen Korb gegeben. Nun sitzt sie im Stadtrat des linken Bürgermeisters Panagiotis Fassoulas, der früher für Griechenland Basketball spielte, und betreut die Kultur und die internationalen Beziehungen. Dort gibt es zum Beispiel das Hellas Dance Festival. Ein kleiner Kulturaustausch sollte also möglich sein. Unter der Schirmherschaft von Wowereit/Leandros – und mit Pflüger als Ehrengast.

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