Berlin-Reinickendorf : AfD stellt Investorin für Strandbad Tegel vor

Eine 56-jährige Berlinerin will die maroden Liegenschaften am Tegeler See kaufen. Der Kontakt soll privat zustande gekommen sein.

von
Das Strandbad Tegel im letzten Sommer
Das Strandbad Tegel im letzten SommerFoto:Kai-Uwe Heinrich

Die AfD-Fraktion in der BVV Reinickendorf hat am Mittwochabend eine mögliche Investorin für das marode und geschlossene Strandbad Tegel präsentiert: die 56-jährige Heike Lüders aus Tegel.

Sie entstammt nach eigenen Angaben einer dort seit fünf Generationen ansässigen Unternehmerfamilie und habe mehr als zehn Jahre lang das renommierte Restaurant Fährhaus in Saatwinkel geführt, das sie 2011 aus familiären Gründen aufgab. Nach sechs Jahren zu Hause habe sie nun Lust, wieder eine Gaststätte zu führen. Sie wolle dort eine gute deutsche Küche anbieten und abends eine Bar.

Auf die Frage des Tagesspiegels, ob sie AfD-Mitglied oder sonst mit der Partei verbunden sei, verneinte sie beides entschieden. Der Kontakt sei auf privater Ebene zustande gekommen. Heike Lüders möchte die Liegenschaft kaufen und mit den Bäderbetrieben und dem Senat über die Konditionen verhandeln.

Investitionsrückstau von 1,4 Millionen Euro

Der CDU-nahe Reinickendorfer Stadtrat Dollase hatte in der letzten BVV-Sitzung angekündigt, dass der Bezirk einen potentiellen Investor unterstützen werde. Auf dem Strandbad lastet ein Investitionsrückstau von ca. 1,4 Millionen Euro. Davon entfallen 450.000 Euro auf eine nicht mehr funktionsfähige Abwasserleitung (das Bad liegt in einem Trinkwasserschutzgebiet) und ca. eine Million Euro auf die Sanierung der Gebäude.

In der Vergangenheit hatten sich Bäderbetriebe und Finanzsenator den Schwarzen Peter zugeschoben. Der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe unter Führung des CDU-Innen- und Sportsenators Frank Henkel hatte die Mittel nicht investieren wollen, der Finanzsenator verweigerte sich grundsätzlich, während in andere Berliner Freibäder großzügig investiert wurde. 2016 war das Bad befristet geöffnet, in diesem Jahr ist es zum Leidwesen vieler Familien völlig geschlossen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

7 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben